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Methode

Dialogische Konsequenzenfolge

Die dialogische Konsequenzenfolge ist eine vorher bekannte Stufenfolge für Spannungen und nicht tragende Vereinbarungen, ohne zur Strafleiter zu werden.

Kurzform

Die dialogische Konsequenzenfolge ist eine vorher bekannte, gemeinsam vereinbarte Stufenfolge für den Umgang mit Spannungen und wiederholt nicht tragenden Vereinbarungen. Sie soll klären und Verbindlichkeit herstellen, ohne zur Strafleiter zu werden.

Worum es geht

Wenn Vereinbarungen nicht tragen, entstehen oft zwei schlechte Reflexe: wegschauen oder bestrafen. Die dialogische Konsequenzenfolge sucht den Raum dazwischen. Sie spricht früh an, klärt Gründe und Wirkungen, erhöht Verbindlichkeit schrittweise und prüft jederzeit, ob Schutz- oder Rechtswege Vorrang haben.

Seit der aktuellen Fassung kann die Folge auch bei Feedback und Spannungen ansetzen, bevor es überhaupt eine tragfähige Vereinbarung gibt. Konsequenzen im engeren Sinn beginnen erst, wenn eine klare, verstandene und prüfbare Vereinbarung wiederholt nicht trägt.

Grundhaltung

Vor jeder Rückmeldung liegt Stufe 0: das Erwünschte stärken. Die Methode darf nicht nur als Reaktion auf “rotes” Verhalten verstanden werden. Sie gehört in eine Praxis, die positives Miteinander, Wahlmöglichkeiten, Unterstützung und gute Vereinbarungen fördert.

Die fünf Stufen

  1. Vier-Augen-Gespräch.
  2. Gespräch in kleiner Runde.
  3. Gruppengespräch.
  4. Verbindliches Vereinbarungsgespräch.
  5. Formale Konsequenz.

Wenn eine Stufe wirkt, geht es nicht zur nächsten Stufe.

Grenzen

Die Konsequenzenfolge ist nicht für akute Gefährdung gedacht. Dann gelten Schutzkonzept, Notfallweg und die jeweils zuständigen rechtlichen oder institutionellen Verfahren. Sie ersetzt auch keine Beschwerde-, Hilfeplan-, arbeitsrechtlichen oder sonstigen formalen Verfahren.

Quellenbasis

Diese Karte stützt sich auf eigene veröffentlichte Texte und auf Literatur, die dort verwendet wird.

Eigene Veröffentlichungen

Konsequent handeln, ohne zu bestrafen

Entscheiden, ohne zu übergehen

Dialogische Entscheidungsfindung (dEf): Theoretische Grundlagen einer evidenznahen Methode

Dialog als Praxis gemeinsamen Verstehens

Daraus verwendete Literatur

Christian, D. L. (2003). A graduated series of consequences. In Creating a life together (S. 215-217). New Society Publishers.

Christian, D. L. (2019). A graduated series of consequences and the “community eye”. Communities, 184, 61-63.

Davies, W. (2000). The RAID manual (3. Aufl.). APT Press.

Rapp, C. A. & Goscha, R. J. (2012). The strengths model (3. Aufl.). Oxford University Press.

Bock, T. (2021). Psychose und Eigensinn. Psychiatrie Verlag.

Materialkarten