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Theorie

Positive psychische Gesundheit

Positive psychische Gesundheit fragt nicht nur nach Abwesenheit von Krankheit, sondern nach Fähigkeiten, Beziehungen, Sinn und Realitätsbezug.

Marie Jahodas Konzept der positiven psychischen Gesundheit, wie in ihrem Werk “Current Concepts of Positive Mental Health” (1958) dargestellt, definiert positive mentale Gesundheit über sechs zentrale Dimensionen:

  1. Einstellung zur eigenen Person (Attitude toward own self): Eine positive Selbstwahrnehmung und Selbstakzeptanz.
  2. Wachstum, Entwicklung und Selbstverwirklichung (Growth, development, and self-actualization): Die Fähigkeit, das eigene Potenzial zu entfalten und als voll funktionsfähiger Mensch zu wachsen.
  3. Integration: Die Kohärenz und Harmonie der Persönlichkeit, auch in Bezug auf innere Konflikte und Widersprüche.
  4. Autonomie: Unabhängigkeit von äußeren Zwängen und die Fähigkeit, selbstbestimmt zu handeln.
  5. Realitätswahrnehmung (Perception of reality): Eine realistische und angemessene Wahrnehmung der Umwelt und der eigenen Situation.
  6. Umweltbewältigung (Environmental mastery): Die Fähigkeit, mit den Anforderungen der Umwelt umzugehen und diese aktiv zu gestalten.

Jahoda betont, dass mentale Gesundheit nicht nur die Abwesenheit von Krankheit bedeutet, sondern ein aktiver Zustand des Wohlbefindens und der Selbstbestimmung ist. Ihr Ansatz gilt als grundlegend für die moderne positive Psychologie und die Diskussion über psychische Gesundheit jenseits der Pathologie .

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