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Begriff

Recovery

Recovery ist ein persönlicher, oft nicht geradliniger Veränderungsprozess hin zu einem selbstbestimmten, hoffnungsvollen und bedeutungsvollen Leben.

Kurzform

Recovery ist ein persönlicher, oft nicht geradliniger Veränderungsprozess hin zu einem selbstbestimmten, hoffnungsvollen und bedeutungsvollen Leben.

Ausführlich

Die Kurzform aus konsent.one lautet: Recovery bezeichnet einen persönlichen und oft nicht geradlinigen Veränderungsprozess hin zu einem selbstbestimmten, hoffnungsvollen und bedeutungsvollen Leben. Beschwerden können dabei fortbestehen; Recovery ist nicht mit Symptomfreiheit gleichzusetzen.

Quelle der Kurzform

Die folgende bestehende Notiz enthält die fachliche Herleitung und Literaturgrundlage.

Der Begriff „Recovery“ hat sich in der Fachwelt international zum Modewort entwickelt, wird jedoch uneinheitlich verwendet (Slade et al., 2012, S. 353), mangelt einer klaren Definition (Bird et al., 2014, S. 651) und lässt sich nur schwer in wissenschaftlicher Sprache festhalten (Deegan, 1988, S. 12).

Es finden sich in englischsprachigen Wörterbüchern eine Vielzahl an Bedeutungen des Wortes recovery, unter anderem aus der Medizin, den Rechtswissenschaften oder der Informatik: der Begriff kann unter anderem für die Genesung von Personen, für eine Naturalrestitution in juristischen Auseinandersetzungen, für die Datenwiederherstellung nach einem Computerschaden oder gar für die Rückgewinnung von Rohstoffen beim Recycling stehen (Merriam-Webster, o. J.).

Die Übersetzung ins Deutsche bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, von denen ich einige in alphabetischer Reihenfolge nenne: „Aufschwung“, „Aufwärtstrend“, „Erholung“, „Gesundung“, „Genesung“, „Wiederaufnahme“, „Wiedergewinnung“, „Wiedererlangung“, „Rückgewinnung“ (Pons, o. J.). Folgen wir den Angaben im englischsprachigen Wörterbuch, so ist im medizinischen Kontext und bei psychiatrischen Diagnosen „Genesung“ als Übersetzungsvariante am naheliegendsten, auch wenn es die Vielschichtigkeit des englischen Wortes nicht widerspiegelt.

Da die Antwort auf die Frage, was ein zufriedenes Leben bedeutet, für jede Person einzigartig ist, ist eine konkretere und dennoch allgemeingültige Definition schwer zu finden (Slade & Wallace, 2017, S. 25). Dennoch werden zwei Definitionen immer wieder in der Literatur zitiert:

Die wohl gängigste Definition stammt von Anthony und findet sich sowohl in führenden wissenschaftlichen Publikationen (Amering & Schmolke, 2012, S. 25; Gühne, Weinmann, et al., 2019, S. 49; Slade, 2009, S. 38) als auch in politischen Positionspapieren (South London and Maudsley NHS Foundation Trust, 2010, S. 6):

„Recovery wird als ein zutiefst persönlicher, einzigartiger Prozess beschrieben, bei dem die betroffene Person ihre Einstellungen, Werte, Gefühle, Ziele, Fähigkeiten und/oder Rollen verändert. Es ist eine Lebensweise, die trotz der durch Krankheit verursachten Einschränkungen ein erfülltes, hoffnungsvolles und beitragendes Leben ermöglicht. Recovery beinhaltet die Entwicklung neuer Bedeutungen und Ziele im Leben, während die Person über die katastrophalen Auswirkungen psychischer Erkrankungen hinauswächst.“ (Anthony, 1993, S. 15, eigene Übersetzung)

Die wohl prägnanteste Kurzdefinition von Recovery, die in der wissenschaftlichen Literatur zitiert wird (Amering & Schmolke, 2012, S. 25; Slade, Leamy, et al., 2012, S. 354) stammt aus einem politischen Positionspapier, in dem es heißt:

„Recovery bedeutet, so gut wie möglich zu leben“ (South London and Maudsley NHS Foundation Trust, 2010, S. 6, eigene Übersetzung).


Quellen:

Amering, M., & Schmolke, M. (2012). Recovery. Das Ende der Unheilbarkeit (5. Aufl.). Psychiatrie Verlag.

Bird, V., Leamy, M., Tew, J., Le Boutillier, C., Williams, J., & Slade, M. (2014). Fit for purpose? Validation of a conceptual framework for personal recovery with current mental health consumers. Australian & New Zealand Journal of Psychiatry, 48(7), 644–653. https://doi.org/10.1177/0004867413520046

Deegan, P. E. (1988). Recovery: The lived experience of rehabilitation. Psychosocial Rehabilitation Journal, 11(4), 11–19. https://doi.org/10.1037/h0099565

Gühne, U., Weinmann, S., Riedel-Heller, S. G., & Becker, T. (2019). S3-Leitlinie Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen. S3-Praxisleitlinien in Psychiatrie und Psychotherapie (2. Aufl.). Springer.

Merriam-Webster. (o. J.). Recovery. In Merriam Webster Online. Abgerufen 24. Februar 2025, von https://www.merriam-webster.com/dictionary/recovery

Pons. (o. J.). Recovery. In Pons Online. Abgerufen 25. Februar 2025, von https://de.pons.com/%C3%BCbersetzung-2/englisch-deutsch/recovery

Slade, M. (2009). Personal recovery and mental illness: A guide for mental health professionals (1. publ). Cambridge University Press.

Slade, M., Leamy, M., Bacon, F., Janosik, M., Le Boutillier, C., Williams, J., & Bird, V. (2012). International differences in understanding recovery: Systematic review. Epidemiology and Psychiatric Sciences, 21(4), 353–364. https://doi.org/10.1017/S2045796012000133

South London and Maudsley NHS Foundation Trust. (2010). Social Inclusion and Recovery (SIR) Strategy 2010–2015. SLaM Partners. https://www.slamrecoverycollege.co.uk/uploads/2/6/5/2/26525995/sir_strategy_2010-2015_-_final_version1.pdf


Links

Anthony W.A. Recovery Definition

SLaM Recovery Defintion

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