Recovery-Kompass
Orientierung in Alltag, Krise und Spannung.
Der Recovery-Kompass macht Recovery-Orientierung im Arbeitsalltag der psychiatrischen Eingliederungshilfe konkret. Er unterstützt Menschen dabei, den eigenen Weg durch Krisen oder schwierige Lebensabschnitte zu finden, den aktuellen Standort zu klären und nächste Schritte zu bestimmen.

Kurz erklärt
Wo stehe ich gerade?
Der Recovery-Kompass hilft bei der Orientierung. Er fragt: Was gibt mir Halt? Was kostet mich Kraft? Woran merke ich früh, dass es schwieriger wird? Was hilft mir in einer Krise und danach? Die Antworten kommen von der Person selbst.
Der Kompass ist kein Test. Er bewertet Menschen nicht und schreibt keinen einzigen richtigen Weg vor.
Worum es geht
Recovery im Alltag besprechbar machen
Recovery bedeutet hier nicht, dass alle Schwierigkeiten verschwinden. Gemeint ist der persönliche Weg zu einem selbstbestimmten und bedeutungsvollen Leben, auch wenn Belastungen fortbestehen können.
Der Kompass fragt nach Stärken und Ressourcen, nach dem, was Kraft gibt und was Kraft raubt. Er unterstützt dabei, Alltagspläne zu entwickeln, frühe Warnzeichen wahrzunehmen und persönliche Krisenstrategien zu formulieren. Er wird nicht einmal abgearbeitet, sondern immer wieder gemeinsam überprüft.
Anwenden
Ein Kompass mit drei Himmelsrichtungen
Das ASK-Modell verbindet Alltag, Spannung und Krise:
- AAlltag
Was bedeutet Wohlbefinden für mich? Was gibt Halt und welche Routinen helfen?
- SSpannung
Welche Veränderungen bemerke ich früh? Was beruhigt, entlastet oder schafft Abstand?
- KKrise
Was unterscheidet Krise und Notfall? Was ist vereinbart und wer übernimmt welche Rolle?

Fortbildung
Lernen auf konsent.training
Auf konsent.training werden die Themen und Methoden von konsent.one zu Fortbildungen, Übungen und strukturierten Lernwegen. Dort findest du die jeweils aktuellen Kursangebote.
Fachlich vertieft
Gemeinsam orientieren
Der Recovery-Kompass kann in Einzelgesprächen, Krisenvorsorge, Nachsorge und Unterstützer:innenkreisen eingesetzt werden. Drei fachliche Säulen tragen die Methode: Recovery, Resilienz und gemeindepsychiatrische Krisenmodelle.
Der Kompass ersetzt keinen individuellen Notfallplan, keine medizinische Abklärung und keine akute Krisenhilfe. Schutz, Zuständigkeiten und Grenzen müssen in jeder Anwendung klar bleiben.
Einordnung
Ein Werkzeug im Zusammenhang
Der Recovery-Kompass ist eng mit der Achtsamkeits-basierten Recovery verbunden. Die Teilhabe-orientierte Moderation schafft einen sozialen Rahmen, in dem persönliche Recovery-Wege besprochen und begleitet werden können.
Wissenschaftlich vertieft
Veröffentlichungen
Roerick, J. (2025). Zwischen Krise und Kontinuität: Konzeptionelle Überlegungen zum Recovery-Ansatz in der Eingliederungshilfe [Working Paper, Alice-Salomon-Hochschule Berlin]. doi.org/10.5281/zenodo.20424202
Roerick, J. (2026). Methodische Grundlagen des Recovery-Kompass [Working Paper]. doi.org/10.6084/m9.figshare.32969498
Roerick, J. (2026). Der Recovery-Kompass. Eine Methodenskizze [Working Paper]. doi.org/10.6084/m9.figshare.32969489

