Methode · Dialog
Teilhabe-orientierte Moderation
Ein Arbeitsansatz für Gespräche und Prozesse, in denen unterschiedliche Perspektiven, Verantwortlichkeiten und Machtverhältnisse ausdrücklich berücksichtigt werden.

Einfache Sprache
Kurz erklärt
Manche Gespräche sind schwierig.
Eine Moderation achtet darauf: Wer kann sprechen? Wer wird gehört? Wer entscheidet?
Die Moderation gibt nicht einfach eine Lösung vor. Sie hilft der Gruppe, gemeinsam einen nächsten Schritt zu finden.
Konkrete Situation
Worum es im Alltag geht
In einem Planungsgespräch sitzen eine leistungsberechtigte Person, Angehörige und mehrere Fachkräfte zusammen. Sie haben unterschiedliche Rollen und Entscheidungsmöglichkeiten. Die Moderation macht deshalb nicht nur Beiträge sichtbar, sondern auch Zuständigkeiten, Grenzen und die Frage, wessen Ziel gerade besprochen wird.
Anwenden
Praxis, Materialien und Lernwege
ToM begleitet Entwicklungsprozesse, Zukunftsplanung, Unterstützer:innenkreise und dialogische Gespräche. Der Rahmen soll ermöglichen, dass alle Beteiligten auf ihre Weise Einfluss nehmen können.
Dafür verbindet ToM mehrere Bausteine, ohne sie zu einer einzigen Technik zu verkürzen:
- personenzentrierte Gesprächsführung und Zukunftsplanung
- Unterstützer:innenkreise und dialogische Formate
- dialogische Entscheidungsfindung
- Reflexion von Macht, Rollen und nicht verhandelbaren Grenzen
- klare Vereinbarungen mit Verantwortlichkeiten und Überprüfungsterminen
Geplante Projekte
Zukunftsladen
Ein Ort, an dem Menschen ihre Teilhabe selbst planen.
Kiezmachen
Ein sozialraumorientierter Ansatz, in dem tragfähige Beziehungen im Kiez entstehen können.
Fortbildung
Lernen auf konsent.training
Auf konsent.training werden die Themen und Methoden von konsent.one zu Fortbildungen, Übungen und strukturierten Lernwegen. Dort findest du die jeweils aktuellen Kursangebote.
Fachlich vertieft
Einordnung, Grenzen und offene Fragen
Moderation ist nicht neutral im Sinne von gleichgültig. ToM orientiert sich an Selbstbestimmung und Beteiligung, muss aber zugleich Schutzaufträge, gesetzliche Zuständigkeiten und reale Abhängigkeiten offenlegen. Ein gutes Gespräch beweist noch keine Teilhabe; entscheidend ist, welchen Einfluss eine Person tatsächlich auf Ziele, Entscheidungen und Umsetzung hat.
ToM unterscheidet sich damit von Beratung oder Coaching. Dort stehen individuelle Ziele im Mittelpunkt; hier liegt der Schwerpunkt auf dem gemeinsamen Prozess. Die Moderation liefert nicht die Antwort, sondern gestaltet Verständigung und Entscheidung unter Bedingungen von Unterschiedlichkeit und asymmetrischer Macht.
ToM ist ein eigener Arbeitsansatz in Entwicklung. Seine Elemente stammen aus unterschiedlichen fachlichen Traditionen. Ihre Verbindung, Grenzen und Anwendungsbedingungen müssen in der wissenschaftlichen Fassung einzeln nachvollziehbar gemacht werden.
Wissenschaftlich vertieft
Forschung und Quellen
Roerick, J. (2024). Beziehungen, nicht Adressen. Moderation von Gemeinschaft im Sozialraum [Working Paper, Alice-Salomon-Hochschule Berlin]. Zenodo. doi.org/10.5281/zenodo.20390741
Roerick, J. (2024). Zukunftsladen. „Ich plane meine Teilhabe selbst“ [Social-Enterprise-Konzept]. konsent.berlin / figshare. doi.org/10.6084/m9.figshare.32969414
Roerick, J. (2025). Zwischen Krise und Kontinuität: Konzeptionelle Überlegungen zum Recovery-Ansatz in der Eingliederungshilfe [Working Paper, Alice-Salomon-Hochschule Berlin]. Zenodo. doi.org/10.5281/zenodo.20424202
Roerick, J. (2026). Kiezmachen. Beziehungen, nicht Adressen: Recovery-orientierte Sozialraummoderation zur Inklusion von Menschen mit psychischen Erkrankungen [Konzeptpapier]. konsent.berlin / figshare. doi.org/10.6084/m9.figshare.32969420
Die methodische Abgrenzung und zusätzliche Querbelege bleiben Teil der weiteren Ausarbeitung.
