Zukunftsladen
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konsent.one

Projektvision

Ich plane meine Teilhabe selbst.

Stellt euch einen Ort vor, wo jeder willkommen ist und Träume wahr werden.

Der Zukunftsladen ist ein magischer Raum, in dem Menschen mit Beeinträchtigungen das Steuer ihres Lebens fest in die Hand nehmen. Hier zählt jede Stimme, und jeder Traum bekommt einen Plan.

Der Zukunftsladen ist eine Idee im Aufbau: ein möglicher Ort für Teilhabe, Zukunftsplanung und gemeinsames Entwickeln. Noch ist daraus kein konkretes Projekt entstanden.

Diese Vision steht hier trotzdem, weil aus Ideen erst dann Orte werden, wenn Menschen sie aufnehmen, hinterfragen und weitertragen. Wenn du dazu etwas beitragen möchtest: Nimm gern Kontakt auf.

Vielfältige Menschen, darunter eine Person im Rollstuhl, sitzen an einem runden Tisch und planen gemeinsam ihre Zukunft.

Die Idee

Vision für einen inklusiven Zukunftsladen

Mit bunten Wänden und einer Atmosphäre, die vor Energie nur so sprüht, ist unser Laden mehr als nur ein Raum - er ist ein Sprungbrett in eine Zukunft, die jeder selbst gestaltet. Hier sitzen Menschen zusammen, die sich gegenseitig unterstützen, die lachen, träumen und Pläne schmieden. Es ist ein Ort, an dem Barrieren verschwinden und Möglichkeiten endlos sind.

Im Herzen

Recovery

Recovery ist das Herzstück unserer Arbeit. Damit meinen wir nicht, dass es auf einmal keine Krisen mehr gibt. Nicht, dass das Leben plötzlich perfekt ist wie im Bilderbuch. Recovery ist kein Märchen mit Happy End, sondern echtes Leben - mit Höhen und Tiefen, mit Rückschlägen und neuen Anfängen.

Es bedeutet, den eigenen Weg zurück ins Leben zu finden - mit allem, was dazugehört. Es bedeutet, wieder Hoffnung zu spüren, einen Sinn zu entdecken und sich selbst neu kennenzulernen. Es bedeutet, Verbindungen zu anderen Menschen aufzubauen und das eigene Leben wieder in die Hand zu nehmen. Dieser Weg ist so einzigartig wie jeder Mensch selbst.

Der Ort

Runder Tisch

In der Mitte des Raumes steht ein großer, runder Tisch. Er ist das Herzstück des Ladens, umgeben von Stühlen, die für jeden Unterstützerkreis bereitstehen. An diesem Tisch werden Ideen zu Plänen, und Pläne zu Wirklichkeit. Mit Stiften, Papier und einer Menge Kreativität visualisieren wir gemeinsam die Zukunft - bunt und lebendig.

Die Rollen

Held:innen, Expert:innen und Moderator:innen

Im Zukunftsladen gilt: Ihr seid die Expert:innen für euer eigenes Leben. Niemand kennt eure Geschichte, eure Träume und eure Stärken besser als ihr selbst. Die Menschen um euch herum - Familie, Freund:innen, Nachbar:innen - sind die Held:innen im Hintergrund. Sie sind diejenigen, die an euch glauben, die euch im Alltag begleiten und unterstützen.

Und wir? Wir sind Moderator:innen eures Recovery-Prozesses. Das heißt, wir begegnen euch auf Augenhöhe, hören wirklich zu und schaffen einen Rahmen, in dem ihr eure eigenen Antworten finden könnt. Wir geben keine Lösungen vor - wir begleiten euch dabei, eure eigenen zu entdecken.

Die Methode

Recovery-Kompass

Für die methodische Herangehensweise - gerade auch bei Krisen - nutzen wir zum Beispiel den Recovery-Kompass. Er hilft als Orientierungshilfe und macht sichtbar, wo jemand gerade steht und wohin die Reise gehen soll. Er fragt nach dem, was wirklich zählt im Leben, nach Stärken und Ressourcen, nach dem, was Kraft gibt und was Kraft raubt.

Mit dem Recovery-Kompass entwickeln wir gemeinsam Alltags-Pläne und schauen, welche Träume darin Wirklichkeit werden wollen. Wir erkunden, was in schwierigen Zeiten hilft - welche Trigger es gibt und wie man mit ihnen umgehen kann, wie ein ganz persönlicher Krisenplan aussehen könnte.

Und genauso wichtig: Was kommt nach einer Krise? Denn niemand sollte einfach so in den Alltag zurückfallen. Wir planen gemeinsam die Nachsorge, damit der Übergang sanft gelingt und das Gelernte nicht verloren geht.

Die Moderation

Teilhabe-orientierte Moderation (ToM)

Die Gespräche am runden Tisch brauchen jemanden, der den Rahmen hält. Nicht die Antworten gibt. Nicht die Richtung vorgibt. Sondern dafür sorgt, dass alle gehört werden. Teilhabe-orientierte Moderation macht genau das: Sie schafft den Raum, in dem Unterstützer:innenkreise, Zukunftsplanung und schwierige Gespräche gelingen können.

Dabei kommen verschiedene Werkzeuge zum Einsatz - personenzentrierte Gesprächsführung, Gewaltfreie Kommunikation, Konsent, Open Dialogue. Was zählt, ist nicht die Methode, sondern dass am Ende etwas entsteht, das trägt. Etwas, das alle mittragen können.

Selbstbestimmt

Teilhabe selbst planen

Eure Wünsche und Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt. Teilhabeplanung bedeutet hier nicht, Defizite zu verwalten, sondern Möglichkeiten zu entdecken und Brücken in ein selbstbestimmtes Leben zu bauen.

"Ich plane meine Teilhabe selbst." So einfach, wie es klingt, ist es nicht. Es ist echte Detektivarbeit, die wahren Ziele und Bedürfnisse eines Menschen zu entziffern. Nicht immer liegen die Wünsche klar auf der Hand. Manchmal sind sie versteckt wie ein Schatz, und es braucht Spürsinn, tiefergehende Gespräche und kreative Methoden, um sie ans Licht zu bringen und in machbare Meilensteine zu übersetzen.

Grundlage

Texte und Literatur

Quellenbasis

Forschung und Literatur

Die folgenden Quellen bündeln die fachlichen Bezüge der veröffentlichten Texte und ordnen sie thematisch.

Persönliche Zukunftsplanung und Unterstützer:innenkreise

Diese Quellen stützen den Zukunftsladen als Ort, an dem Menschen Wünsche, Ziele, Beziehungen und Unterstützung selbst mitplanen.

Charlton, J. I. (1998). Nothing about us without us: Disability oppression and empowerment. University of California Press.

Doose, S. (2020). „I want my dream“ - Persönliche Zukunftsplanung (11. Aufl.). AG SPAK Bücher.

Herriger, N. (2020). Empowerment in der Sozialen Arbeit. Eine Einführung (6. Aufl.). Kohlhammer.

Nussbaum, M. C. (2010). Die Grenzen der Gerechtigkeit: Behinderung, Nationalität und Spezieszugehörigkeit. Suhrkamp.

Obert, K. (2020). Selbst- oder Fremdbestimmung - der ständige Seiltanz in der aufsuchenden Arbeit. In M. Rosemann & M. Konrad (Hrsg.), Selbstbestimmtes Wohnen kompakt (S. 138-148). Psychiatrie Verlag.

Schäfers, M. (2020). TiB Teilhabeinstrument Berlin. Teilhabeorientierte Individuelle Bedarfsermittlung. Manual (2. Aufl.). Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales.

Wright, M. T., Block, M., & von Unger, H. (2010). Stufen der Partizipation in der Gesundheitsförderung. In M. T. Wright (Hrsg.), Partizipative Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention (S. 35-52). Verlag Hans Huber.

Recovery, Empowerment und Teilhabe

Hier liegt der Recovery-Rahmen für Hoffnung, Selbstwirksamkeit, Sinn und personzentrierte Planung.

Anthony, W. A. (1993). Recovery from mental illness: The guiding vision of the mental health service system in the 1990s. Psychosocial Rehabilitation Journal, 16(4), 11-23. doi.org/10.1037/h0095655

Deegan, P. E. (1988). Recovery: The lived experience of rehabilitation. Psychosocial Rehabilitation Journal, 11(4), 11-19. doi.org/10.1037/h0099565

Knuf, A. (2020). Recovery und Empowerment (Neuausgabe). Psychiatrie Verlag.

Leamy, M., Bird, V., Le Boutillier, C., Williams, J., & Slade, M. (2011). Conceptual framework for personal recovery in mental health: Systematic review and narrative synthesis. British Journal of Psychiatry, 199(6), 445-452. doi.org/10.1192/bjp.bp.110.083733

Slade, M. (2009). Personal recovery and mental illness: A guide for mental health professionals. Cambridge University Press.

Slade, M. (2013). 100 ways to support recovery: A guide for mental health professionals (2. Aufl.). Rethink Mental Illness.

World Health Organization. (2019). Person-centred recovery planning for mental health and well-being: WHO QualityRights self-help tool. World Health Organization. iris.who.int/handle/10665/329598

World Health Organization. (2019). Supported decision-making and advance planning: WHO QualityRights specialized training. World Health Organization. iris.who.int/handle/10665/329609

Sozialraum, Gastfreundschaft und schwer erreichbare Situationen

Diese Literatur verortet den Zukunftsladen im Kiez: als Hub für Beziehungen, Gastfreundschaft, Kwartiermaken und soziale Anschlussfähigkeit.

Corda-Zitzen, S., & Schax, D. (2023). „Hard to reach“ - verschiedene Perspektiven auf den Begriff. Soziale Psychiatrie, 47(2), 12-14.

Dierinck, P. (2023a). Community-based mental healthcare for psychosis: From homelessness to recovery and continued in-home support. Routledge. doi.org/10.4324/9781003220015

Dierinck, P. (2023b). Quartermaking: Method to create hospitality and inclusion. International Journal of Integrated Care, 23(S1), 107. doi.org/10.5334/ijic.icic23040

Dörner, K. (2007). Leben und sterben, wo ich hingehöre: Dritter Sozialraum und neues Hilfesystem. Paranus.

Früchtel, F., & Budde, W. (2006). Wie funktioniert fallunspezifische Ressourcenarbeit? Sozialraumorientierung auf der Ebene von Netzwerken. In W. Budde, F. Früchtel & W. Hinte (Hrsg.), Sozialraumorientierung. Wege zu einer veränderten Praxis (S. 201-218). VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Giertz, K., Große, L., & Gahleitner, S. B. (2021). Hard to reach: Schwer erreichbare Klientel unterstützen. Psychiatrie Verlag.

Görres, B., & Zechert, C. (2009). Der dritte Sozialraum als Handlungsort gemeindepsychiatrischer Organisationen. Psychiatrie Verlag.

Kal, D. (2016). Raum für Andersartigkeit: Das niederländische Konzept Kwartiermaken und sein philosophischer Hintergrund. Sozialpsychiatrische Informationen, 46(2), 45-50.

Kal, D. (2022). Gastfreundschaft: Das niederländische Konzept Kwartiermaken. Psychiatrie Verlag. doi.org/10.5771/9783966051538

Seckinger, M., & Neumann, O. (2019). Sozial- und Gemeindepsychiatrie als sozialraumbezogenes Handlungsfeld. In F. Kessl & C. Reutlinger (Hrsg.), Handbuch Sozialraum. Grundlagen für den Bildungs- und Sozialbereich (2. Aufl., S. 520-537). Springer VS.

Moderation und geteilte Verantwortung

Diese Titel verbinden runde Tische, Kreisformate, dialogische Praxis und verständigungsorientierte Moderation.

Baldwin, C., & Linnea, A. (2010). The circle way: A leader in every chair. Berrett-Koehler.

Bendler, S., & Heise, S. (2018). Gewaltfreie Kommunikation in der Sozialen Arbeit. Vandenhoeck & Ruprecht. doi.org/10.13109/9783666711503

Früchtel, F., & Halibrand, A.-M. (2016). Restorative Justice: Theorie und Methode für die Soziale Arbeit. Springer. doi.org/10.1007/978-3-658-10179-4

Olson, M., Seikkula, J., & Ziedonis, D. (2014). The key elements of dialogic practice in Open Dialogue: Fidelity criteria (Version 1.1). University of Massachusetts Medical School.

Rogers, C. (2017). Der neue Mensch (B. Stein, Übers.; 11. Aufl.). Klett-Cotta.

Rosenberg, M. (2016). Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens (I. Holler, Übers.; 12. Aufl.). Junfermann.

Seikkula, J., & Arnkil, T. E. (2022). Offener Dialog: Die Vielfalt der Stimmen im Netz. Psychiatrie Verlag. doi.org/10.5771/9783966051651

Keine Grenzen, nur Möglichkeiten

Im Zukunftsladen gibt es keine Grenzen, nur Möglichkeiten. Es ist ein Ort, an dem Inklusion gelebt wird und jeder Mensch die Chance hat, sein volles Potenzial zu entfalten. Lasst uns gemeinsam eure Zukunft gestalten - lebendig, farbenfroh und voller Freude.

Wenn du dazu etwas beitragen möchtest: Nimm gern Kontakt auf.