Zurück zum Verzeichnis

Methode

Achtsamkeitsbasierte Recovery

Achtsamkeitsbasierte Recovery verbindet Achtsamkeit mit Recovery: freiwillig, niedrigschwellig und auf Wahrnehmung, Wahlfreiheit und Verbindung bezogen.

Kurzform

Achtsamkeitsbasierte Recovery verbindet Achtsamkeit mit dem Recovery-Ansatz. Die Praxis soll nicht optimieren, therapieren oder normieren, sondern kleine Erfahrungen von Wahrnehmung, Wahlfreiheit, Selbstbestimmung und Verbindung ermöglichen.

Worum es geht

Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, ob jemand “richtig” achtsam ist. Im Mittelpunkt steht, ob eine Praxis für diesen Menschen in dieser Situation zugänglich, sicher und hilfreich sein kann.

Achtsamkeitsbasierte Recovery ist deshalb besonders anschlussfähig für Soziale Arbeit, Eingliederungshilfe, Peer-Arbeit und niedrigschwellige Bildungsformate. Sie fragt:

  • Was ist jetzt spürbar?
  • Was ist freiwillig möglich?
  • Was hilft, ohne zu überfordern?
  • Wie kann Achtsamkeit Selbstbestimmung und Teilhabe stärken?

Methodische Elemente

  • einfache Atem-, Körper- und Wahrnehmungsübungen
  • achtsame Bewegungen als Einstieg, wenn Stille zu schwer oder zu eng ist
  • Wahlfreiheit: mitmachen, anpassen, pausieren oder auslassen
  • kurze Reflexion ohne Deutungspflicht
  • Recovery-Rahmung über CHIME: Verbundenheit, Hoffnung, Identität, Sinn und Empowerment

Abgrenzung

Achtsamkeitsbasierte Recovery ist verwandt mit MBSR, aber nicht identisch. MBSR ist ein strukturiertes achtwöchiges Achtsamkeitsprogramm. Achtsamkeitsbasierte Recovery nutzt Achtsamkeit als niedrigschwelliges, recovery-orientiertes Arbeitsprinzip und achtet stärker auf Zugang, Macht, Trauma-Sensibilität, soziale Bedingungen und Freiwilligkeit.

Sie ist auch keine reine Entspannungsmethode. Entspannung kann entstehen, ist aber nicht das Ziel. Entscheidend ist die freundliche Wahrnehmung dessen, was da ist.

Quellenbasis

Diese Karte stützt sich auf eigene veröffentlichte Texte und auf Literatur, die dort verwendet wird.

Eigene Veröffentlichungen

Achtsamkeitsbasierte Recovery (AbR)

Die AHA!-Übung

Das Dankbarkeitstagebuch

Mettā — ein Baustein der Achtsamkeitsbasierten Recovery (AbR)

Achtsam Gärtnern mit psychiatrischen Diagnosen

Zwischen Krise und Kontinuität

Daraus verwendete Literatur

Goldstein, E. (2012). The now effect. Atria Books.

Goldstein, E. (2013). Stressing out? S.T.O.P. Mindful, 66.

Kabat-Zinn, J. (2013). Full catastrophe living (2. Aufl.). Bantam Books.

Leamy, M., Bird, V., Le Boutillier, C., Williams, J. & Slade, M. (2011). Conceptual framework for personal recovery in mental health. British Journal of Psychiatry, 199(6), 445-452. https://doi.org/10.1192/bjp.bp.110.083733

Emmons, R. A. & McCullough, M. E. (2003). Counting blessings versus burdens. Journal of Personality and Social Psychology, 84(2), 377-389. https://doi.org/10.1037/0022-3514.84.2.377

Böge, K. & Hahn, E. (2021). Achtsamkeit bei psychotischen Störungen. Beltz.