Begriff

Selbstbestimmung

Selbstbestimmung ist mehr als ein formales Recht. In den dEf-Texten von konsent.one geht es um reale Verwirklichungschancen: verständliche Optionen, ausreichende Unterstützung und wirksamen Einfluss auf Entscheidungen.

Selbstbestimmung braucht deshalb oft Unterstützung. Wer in Abhängigkeit, Krise oder institutionellem Druck steht, kann nicht einfach durch die Aufforderung „entscheide selbst“ beteiligt werden. dEf fragt, wie Entscheidungsmacht so geteilt werden kann, dass die betroffene Person nicht übergangen wird.

Fachlicher Hintergrund

Ausgangspunkt von Empowerment ist bei Herriger das Erleben von Machtlosigkeit und Fremdbestimmung — der Verlust von Lebensregie (Herriger, 2020, S. 57); dem stellt er die Adressat:in als „letzte Entscheidungsinstanz“ in allen Dingen der eigenen Lebensführung gegenüber (S. 244). Zum Verhältnis von Selbstbestimmung und Schutz in Sorgebeziehungen vgl. Deutscher Ethikrat (2018).

Literatur

Deutscher Ethikrat. (2018). Hilfe durch Zwang? Professionelle Sorgebeziehungen im Spannungsfeld von Wohl und Selbstbestimmung. Stellungnahme vom 1. November 2018.

Herriger, N. (2020). Empowerment in der Sozialen Arbeit: Eine Einführung (6. Aufl.). Kohlhammer.