Begriff

Spannung

In dEf ist Spannung der Startpunkt: Etwas läuft nicht rund, etwas passt nicht, etwas drängt auf Klärung. Wichtig ist, Spannung zunächst zu beschreiben, nicht sofort zu bewerten. Daraus kann ein Anliegen oder ein Vorschlag entstehen.

Im Recovery-Kompass bezeichnet Spannung außerdem die Phase steigenden Drucks vor einer Krise. Gerade hier sind Tempo, Pausen, Reizreduktion, Sprache und Beziehung wichtig, weil noch Handlungsspielraum besteht.

Fachlicher Hintergrund

Der Entscheidungsprozess wird in der Regel durch eine Person angestoßen, die klärt, „welches Problem gelöst werden [soll]“, oder eine wahrgenommene „Spannung” erläutert (Klein, Hughes & Fleischmann, 2023; siehe auch Konsent-Entscheidungsfindung in der Sozialen Arbeit). Aus der Spannung, die damit in der gemeinsamen Mitte liegt, entsteht der Vorschlag.

Literatur

Bockelbrink, B., Priest, J. & David, L. (2019). Soziokratie 3.0 - Ein Praxisleitfaden. Sociocracy 3.0. https://sociocracy30.org/guide/

Butler, C. T. & Rothstein, A. (1987). On Conflict and Consensus: A handbook on formal consensus decisionmaking. Food Not Bombs Publishing.

Klein, S., Hughes, B. & Fleischmann, F. (2023). Der Loop-Approach: Wie du deine Organisation von innen heraus transformierst (2. Aufl.). Campus.

Rau, T. J. & Koch-Gonzalez, J. (2018). Many Voices One Song: Gemeinsam arbeiten, gemeinsam entscheiden mit Soziokratie. Sociocracy For All.