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Begriff

Eigensinn

Eigensinn bezeichnet eine eigene, manchmal widerspenstige Sinn- und Lebenslogik, die verstanden werden will.

In den dEf- und Recovery-Texten von konsent.one ist Widerstand nicht automatisch Störung oder fehlende Kooperation. Ein Nein, eine Verweigerung oder sogenannte Noncompliance kann auf Eigensinn, Sorge, schlechte Erfahrungen, ein unerkanntes Bedürfnis oder ein anderes Ziel hinweisen.

dEf behandelt Eigensinn nicht romantisch und nicht naiv. Nicht jedes Nein ist schon ein tragfähiger Einwand. Aber es ist ein Anlass zum Verstehen: Was steckt darin, und wie kann daraus ein bearbeitbarer Vorschlag oder ein nachvollziehbarer Einwand werden?

Fachlicher Hintergrund

Eigensinn ernst zu nehmen heißt auch, Teilhabe nicht an Anpassung zu knüpfen: Gefragt sind Partizipationsmöglichkeiten im Sozialraum, die „als Voraussetzung von Verrückten nicht verlangen, ihre Verrücktheit aufzugeben“ (Seckinger & Neumann, 2019, S. 530). Kwartiermaken formuliert dafür das Leitbild eines „Raums für Andersartigkeit“ (Kal, 2016; 2022; siehe Beziehungen, nicht Adressen).

Literatur

Kal, D. (2016). Raum für Andersartigkeit. Das niederländische Konzept Kwartiermaken und sein philosophischer Hintergrund. sozialpsychiatrische informationen, 46(2), 45–50.

Kal, D. (2022). Gastfreundschaft. Das niederländische Konzept Kwartiermaken. Psychiatrie Verlag.

Seckinger, M., & Neumann, O. (2019). Sozial- und Gemeindepsychiatrie als sozialraumbezogenes Handlungsfeld. In F. Kessl & C. Reutlinger (Hrsg.), Handbuch Sozialraum. Grundlagen für den Bildungs- und Sozialbereich (2. Aufl., S. 520–537). Springer VS.