Leben und Werk
Chamberlin erlebte als junge Frau psychiatrische Zwangsbehandlung und wurde danach zu einer der prägenden Stimmen der Ex-Patient:innen- und Selbsthilfebewegung. In „On Our Own: Patient-Controlled Alternatives to the Mental Health System“ (1978) beschrieb sie selbstorganisierte, von Betroffenen kontrollierte Unterstützungsformen. In der späteren Recovery- und Empowerment-Literatur wird dieser Strang wichtig, weil Betroffene nicht nur beteiligt, sondern strukturell handlungs- und entscheidungsfähig werden sollen.
Bedeutung für konsent.one
Chamberlin steht für einen Kern der Recovery-Bewegung: Empowerment, Selbstorganisation und reale Entscheidungsmacht von Betroffenen. Für den Recovery-Kompass und dialogische Entscheidungsfindung ist daran wichtig, dass Beteiligung nicht bei Zustimmung oder Anhörung endet. Betroffene brauchen eigene Worte, eigene Räume und wirksame Einwände.
Verwandte Zettel
Literatur
Chamberlin, J. (1978). On Our Own: Patient-Controlled Alternatives to the Mental Health System. Haworth Press.
Chamberlin, J. (1997). A working definition of empowerment. Psychiatric Rehabilitation Journal, 20(4), 43-46.
