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Theorie

Kwartiermaken

Kwartiermaken meint, soziale Räume gastfreundlicher zu machen, damit Andersartigkeit Platz bekommt.

In den dEf- und Kiezmachen-Texten von konsent.one ist Kwartiermaken die gesellschaftliche Ergänzung zu Empowerment. Nicht nur die Person soll befähigt werden; auch die Umgebung muss aufnahmefähiger, gastfreundlicher und beziehungsfähiger werden.

Für Recovery und Teilhabe heißt das: Inklusion entsteht nicht allein durch Angebote, sondern durch Arbeit am Sozialraum, an Beziehungen und an den Bedingungen, unter denen Menschen überhaupt willkommen sein können. Kiezmachen ist die deutschsprachige konsent.one-Adaption dieser Richtung als recovery-orientierte Sozialraummoderation.

Fachlicher Hintergrund

Kwartiermaken ist in den Niederlanden in drei Jahrzehnten zu einer Bewegung gewachsen (Görres & Zechert, 2009, S. 133) und zielt auf eine Gesellschaft, die im Sozialraum „Raum für Andersartigkeit“ schafft (Kal, 2016, S. 45-50; 2022). Dierinck fasst den Rollenwechsel zusammen: Kwartiermaken „takes you from healthcare provider to hope provider“ (Dierinck, 2023, S. 124, eigene Übersetzung; siehe Beziehungen, nicht Adressen).

Literatur

Dierinck, P. (2023). Community-Based Mental Healthcare for Psychosis: From Homelessness to Recovery and Continued In-home Support. Routledge.

Görres, B., & Zechert, C. (2009). Der dritte Sozialraum als Handlungsort gemeindepsychiatrischer Organisationen. Psychiatrie Verlag.

Kal, D. (2016). Raum für Andersartigkeit. Das niederländische Konzept Kwartiermaken und sein philosophischer Hintergrund. sozialpsychiatrische informationen, 46(2), 45–50.

Kal, D. (2022). Gastfreundschaft. Das niederländische Konzept Kwartiermaken. Psychiatrie Verlag.