Pseudopartizipation wirkt nach außen demokratisch oder beteiligend, bleibt in der Wirkung aber autoritär. Menschen werden angehört, befragt oder in Prozesse eingeladen, ohne dass ihre Perspektiven die Entscheidung tatsächlich verändern können.
Für die Soziale Arbeit ist das besonders riskant, weil es Vertrauen beschädigt. dEf versucht genau diese Lücke sichtbar zu machen: Beteiligung zeigt sich nicht daran, dass jemand sprechen durfte, sondern daran, ob Vorschläge, Einwände und Vereinbarungen realen Einfluss haben.
Fachlicher Hintergrund
Im Stufenmodell der Partizipation entspricht das der untersten Stufe, der Instrumentalisierung (Wright et al., 2007; Wright, 2010). dEf formuliert dazu einen klaren Gegenpol: Es ist nur dann empowerment-orientiert, wenn Einwände reale Folgen haben — wird der Prozess genutzt, um bereits feststehende Entscheidungen nachträglich akzeptabel erscheinen zu lassen, wird er selbst zur Scheinpartizipation; siehe dEf-Grundlagen.
Literatur
Wright, M. T. (Hrsg.). (2010). Partizipative Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention. Huber.
Wright, M. T., Block, M., & von Unger, H. (2007). Stufen der Partizipation in der Gesundheitsförderung. In Gesundheit Berlin (Hrsg.), Dokumentation 13. Bundesweiter Kongress Armut und Gesundheit.
