In den dEf-Texten von konsent.one gehört unterstützte Entscheidungsfindung zum normativen Kern: Menschen brauchen verständliche Optionen, ausreichend Unterstützung und tatsächlichen Einfluss auf Entscheidungen, die ihr Leben betreffen.
Das Gegenbild ist ersetzende Entscheidung: Andere entscheiden über die Person hinweg. dEf kann unterstützte Entscheidungsfindung praktisch strukturieren, wenn Vorschläge verständlich werden, Einwände ernst genommen werden und Vereinbarungen gemeinsam überprüft werden.
Fachlicher Hintergrund
Fachlich stützt sich das auf das Shared Decision Making des Recovery-Ansatzes — gemeinsames Entscheiden als ethische Verpflichtung: „My body, my mind, my choice“ (Drake & Deegan, 2009, S. 1007; Slade, 2017). Zum Spannungsfeld von Wohl und Selbstbestimmung in professionellen Sorgebeziehungen hat der Deutsche Ethikrat (2018) Orientierung formuliert; dEf will unterstützte Entscheidungsfindung in konkreten Entscheidungssituationen verfahrensförmig einlösen, wie in den dEf-Grundlagen ausgearbeitet.
Literatur
Deutscher Ethikrat. (2018). Hilfe durch Zwang? Professionelle Sorgebeziehungen im Spannungsfeld von Wohl und Selbstbestimmung. Stellungnahme vom 1. November 2018.
Drake, R. E., & Deegan, P. E. (2009). Shared decision making is an ethical imperative. Psychiatric Services, 60(8), 1007. https://doi.org/10.1176/ps.2009.60.8.1007
Slade, M. (2017). Implementing shared decision making in routine mental health care. World Psychiatry, 16(2), 146–153. https://doi.org/10.1002/wps.20412
