Worum es geht
Das Motto lautet: „Ich plane meine Teilhabe selbst.“ Die Person entwickelt eigene Bedürfnisse, Wünsche und Visionen und formuliert daraus Bedarfe an das Hilfesystem. Sie tut das nicht allein, sondern mit einem Unterstützer:innenkreis aus professionellen Helfer:innen, Angehörigen, Freund:innen, Peers, Freiwilligen und anderen Bezugspersonen.
Der Zukunftsladen soll ein Hub im Kiez sein. Dort werden Unterstützer:innenkreise moderiert, Persönliche Zukunftsplanung ermöglicht und sozialräumliche Beziehungen aufgebaut. Das Konzept ergänzt Teilhabefachdienste und andere Akteure, ersetzt sie aber nicht. Sein Ziel ist Moderation und Koordination des Netzwerks, nicht die Erbringung einzelner Hilfen wie Betreutes Wohnen.
Methodische Bezüge
Der Ansatz verbindet Persönliche Zukunftsplanung, Unterstützer:innenkreise, Kwartiermaken, Empowerment, Sozialraumorientierung, Soziokratie und dialogische Entscheidungsfindung. Er ist besonders für Menschen gedacht, die als schwer erreichbar, eigensinnig oder als Systemsprenger:innen beschrieben werden und in bestehenden Hilfen leicht übersehen, ausgeschlossen oder weitergereicht werden.
Einordnung
Der Zukunftsladen ist bisher als Konzept und Diskussionsgrundlage angelegt. Pilotprojekte, Wirkungsmessung und lokale Umsetzung müssen weiterentwickelt und geprüft werden. Genau deshalb ist er als Karte wichtig: Er bündelt mehrere Grundlagenbegriffe und Methoden in einem konkreten Zukunftsmodell.
Fachlicher Hintergrund
Methodischer Kern sind moderierte Unterstützer:innenkreise, wie sie die Persönliche Zukunftsplanung beschreibt (Doose, 2020, S. 97 ff.) und wie sie für die Arbeit mit als „Systemsprenger:innen“ etikettierten Erwachsenen in Persönliche Zukunftsplanung mit erwachsenen Systemsprenger:innen reflektiert wurden. Für als „schwer erreichbar“ geltende Menschen (Giertz et al., 2021) verbindet der Zukunftsladen diese Kreise mit sozialräumlicher Beziehungsarbeit; siehe Beziehungen, nicht Adressen.
Literatur
Doose, S. (2020). „I want my dream“ – Persönliche Zukunftsplanung (11. Aufl.). AG SPAK Bücher.
Giertz, K., Große, L., & Gahleitner, S. B. (2021). Hard to reach: Schwer erreichbare Klientel unterstützen. Psychiatrie Verlag.
