Methode
Dialogische Leadership
Dialogische Führung sorgt für klare Regeln und faire Entscheidungen. Auch die Führung hält sich an das, was gemeinsam vereinbart wurde.
Führung unterstützt den gemeinsamen Prozess
Leadership ist das englische Wort für Führung. Dialogische Leadership bedeutet: mit dialogischer Entscheidungsfindung führen.
Die Führung bleibt klar und handlungsfähig. Sie stellt sich aber in den Dienst des gemeinsamen Vorgehens. Sie sorgt für Regeln, die tragen. Menschen sollen sich beteiligen und ihre Einwände aussprechen können.
Dabei hält sich auch die Führung selbst an die gemeinsam vereinbarten Regeln.
Entwicklung und Eigenständigkeit fördern
Klare Strukturen und eigene Sichtweisen gehören zusammen. Eine Person darf anders denken und ihren eigenen Weg suchen.
Die erste Frage ist deshalb nicht: Wie setzt sich die Führungskraft durch? Wichtiger sind diese Fragen:
- Können Menschen sich entwickeln?
- Werden sie freier und eigenständiger?
- Wachsen ihre Fähigkeiten?
Diese Haltung ist mit Servant Leadership verwandt. Das bedeutet: Führung dient anderen. Sie ist auch mit der personzentrierten Haltung verwandt. Diese nimmt das Erleben und die Möglichkeiten der einzelnen Person ernst. Ein weiterer Bezug ist Empowerment: Menschen gewinnen mehr Einfluss auf ihr eigenes Leben.
Was die Führung konkret tut
Die Führung ist offen und macht ihr Vorgehen verständlich. Sie fördert Menschen und unterstützt sie. Sie gibt Sicherheit. Sie moderiert Gespräche und achtet auf die vereinbarten Abläufe.
Gerade in schwierigen Situationen muss sie dabei bleiben:
- Sie bringt Vorschläge ein, statt nur Anweisungen zu geben.
- Sie hilft, Einwände offen auszusprechen. Widerstand soll nicht verborgen bleiben.
- Sie macht mögliche Konsequenzen vorher verständlich. Sie verhängt keine willkürlichen Strafen.
Macht und Verantwortung bleiben sichtbar
Dialogische Führung versteckt Macht nicht. In der Sozialen Arbeit gibt es unterschiedliche Rollen, Schutzaufträge und rechtliche Grenzen. Auch Einrichtungen tragen Verantwortung.
Auf Augenhöhe zu arbeiten bedeutet deshalb nicht: Niemand hat mehr Macht als andere. Es bedeutet: Alle gehen bewusst mit Macht um. Ihr Handeln bleibt überprüfbar. Sie versuchen, möglichst nicht in die Rechte und den eigenen Spielraum anderer einzugreifen.
Fachlicher Hintergrund
Norbert Herriger beschreibt eine Schwierigkeit im Alltag: Fachkräfte sollen ihre besondere Macht als Expertinnen und Experten zurücknehmen. Das ist notwendig, aber oft schwer.
Dialogische Leadership macht diesen Schritt zu einer regelmäßigen Aufgabe. Die Führung ordnet sich den gemeinsam vereinbarten Regeln unter.
Bücher und Quellen
Bockelbrink, B., Priest, J. & David, L. (2019). Soziokratie 3.0 - Ein Praxisleitfaden. Sociocracy 3.0. https://sociocracy30.org/guide/
Christian, D. L. (2003). A graduated series of consequences. In Creating a life together: Practical tools to grow ecovillages and intentional communities (S. 215-217). New Society Publishers.
Christian, D. L. (2019). A graduated series of consequences and the "community eye". Communities, 184, 61-63.
Greenleaf, R. K. (2002). Servant leadership: A journey into the nature of legitimate power and greatness (25th anniversary ed.). Paulist Press. (Original 1977)
Herriger, N. (2020). Empowerment in der Sozialen Arbeit: Eine Einführung (6. Aufl.). Kohlhammer.
Rosenberg, M. B. (2016). Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens (12. Aufl.). Junfermann.
