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Methode

Kiezmachen

Kiezmachen hilft Menschen, im Stadtteil willkommen zu sein. Dafür braucht es Beziehungen, vertraute Personen und Orte, an denen Menschen dazugehören können.

Mehr als eine Liste mit Angeboten

In einem Stadtteil kann es Beratungsstellen, Tagesstätten, Vereine und Gruppen geben. Trotzdem kann es für einen Menschen schwer sein, dort anzukommen.

Kiezmachen fragt deshalb genauer:

  • Wo wird diese Person erwartet?
  • Wer erkennt sie wieder?
  • Wer hält es aus, wenn etwas ungewohnt oder irritierend ist?
  • Wer bleibt ansprechbar, wenn etwas nicht gut läuft?

Es geht um Teilhabe im Alltag. Beziehungen und wiederholte Begegnungen sind dafür wichtig.

Der Kiez als gemeinsamer Lebensraum

Kiezmachen ist eine Berliner Übersetzung und Weiterentwicklung des niederländischen Ansatzes Kwartiermaken. Es entwickelt dabei eigene Gedanken.

Der Kiez ist ein Raum für Beziehungen, Konflikte, Schutz und neue Möglichkeiten. Menschen sollen nicht erst passend gemacht werden. Stattdessen soll der Stadtteil gastfreundlicher werden. Menschen sollen dort Beziehungen aufbauen und Konflikte gemeinsam bearbeiten können.

Bei kleinen Kontakten beginnen

Am Anfang stehen oft kurze Begegnungen: im Imbiss, im Laden, im Park, in der Nachbarschaft oder im Verein. Auch andere Orte, an denen man regelmäßig vorbeikommt, können wichtig sein.

Aus diesen kleinen Anfängen können Beziehungen wachsen. Dafür braucht es geschützte Begegnungen, die sich wiederholen können und Raum für Entwicklung lassen.

Die Aufgabe der Sozialraum-Moderation

Die Fachkraft begleitet Beziehungen, Beteiligung und das Willkommen im Stadtteil. Diese Aufgabe heißt Sozialraum-Moderation.

Sie verwaltet weder einzelne Menschen noch lenkt sie den ganzen Stadtteil von oben. Sie hilft vielmehr dabei, dass Menschen zusammenkommen und mitwirken können.

Dabei verbindet sie mehrere Ansätze:

  • Recovery: den eigenen Weg zu einem guten und selbstbestimmten Leben.
  • CHIME: eine Orientierung an Verbundenheit, Hoffnung, Identität, Sinn und Empowerment.
  • Resilienz: Kräfte für den Umgang mit Belastungen.
  • PERMA: verschiedene Bereiche des Wohlbefindens.
  • Persönliche Zukunftsplanung.
  • Dialogische Entscheidungsfindung.
  • Den Zukunftsladen.

Ein Netz von Menschen, die willkommen heißen

Im Kwartiermaken bereitet eine Person neue Wege. Sie organisiert gemeinsame Vorhaben und baut Verbindungen auf. Zusammen mit Freiwilligen öffnet sie gastfreundliche Räume.

Ein solches Willkommensnetz kann durch One-to-Ones entstehen. Das sind kurze, gezielte Einzelgespräche mit wichtigen Personen im Stadtteil. Auch Freundschaftsprojekte und feste Ansprechpersonen in Vereinen helfen beim Aufbau dieses Netzes.

Mehr zu diesem Zusammenhang steht in Beziehungen, nicht Adressen.

Bücher und Quellen

Dierinck, P. (2023). Community-Based Mental Healthcare for Psychosis: From Homelessness to Recovery and Continued In-home Support. Routledge.

Früchtel, F., & Budde, W. (2006). Wie funktioniert fallunspezifische Ressourcenarbeit? Sozialraumorientierung auf der Ebene von Netzwerken. In W. Budde, F. Früchtel & W. Hinte (Hrsg.), Sozialraumorientierung. Wege zu einer veränderten Praxis (S. 201–218). VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Görres, B., & Zechert, C. (2009a). Kwartiermaken: Neue Wege zur Inklusion psychisch kranker Menschen. Soziale Psychiatrie, 33(4), 132–137.

Kal, D. (2022). Gastfreundschaft. Das niederländische Konzept Kwartiermaken. Psychiatrie Verlag.