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Begriff

Pseudopartizipation

Pseudopartizipation ist Beteiligung nur zum Schein. Menschen dürfen mitreden, können die Entscheidung aber nicht verändern.

Wenn das Ergebnis bereits feststeht

Eine Einrichtung fragt Menschen nach ihrer Meinung. Sie hört ihnen zu oder lädt sie zu einer Besprechung ein. Das kann wie demokratische Beteiligung aussehen.

Wenn die Entscheidung praktisch schon feststeht, haben diese Beiträge aber keinen wirklichen Einfluss. Die Entscheidung bleibt bei denen, die sie bereits getroffen haben. Dafür wird das Wort Pseudopartizipation verwendet. Ein anderes Wort ist Scheinbeteiligung.

Warum das problematisch ist

In der Sozialen Arbeit kann Scheinbeteiligung Vertrauen beschädigen. Menschen erleben, dass ihre Beiträge zwar erbeten werden, aber nichts verändern können.

Die dialogische Entscheidungsfindung, kurz dEf, fragt deshalb nicht nur: „Durfte die Person sprechen?“ Sie fragt: „Haben ihre Vorschläge, Einwände und Vereinbarungen tatsächlichen Einfluss?“

Auch ein Beteiligungsverfahren kann zur Scheinbeteiligung werden

Einwände müssen reale Folgen haben können. Nur dann kann dEf den eigenen Einfluss und die Selbstbestimmung der Beteiligten stärken.

Wird das Verfahren genutzt, um eine fertige Entscheidung nachträglich annehmbar erscheinen zu lassen, wird auch dEf selbst zur Scheinbeteiligung. Ein guter Name oder ein geordneter Ablauf verhindern das nicht.

Im Stufenmodell von Wright und anderen wird die unterste Stufe „Instrumentalisierung“ genannt. Menschen werden dabei für einen Zweck eingesetzt, ohne selbst wirksam entscheiden zu können. Der Zettel ordnet Scheinbeteiligung dieser Stufe zu. Der Zusammenhang ist in den Grundlagen von dEf ausgearbeitet.

Bücher und Quellen

Wright, M. T. (Hrsg.). (2010). Partizipative Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention. Huber.

Wright, M. T., Block, M., & von Unger, H. (2007). Stufen der Partizipation in der Gesundheitsförderung. In Gesundheit Berlin (Hrsg.), Dokumentation 13. Bundesweiter Kongress Armut und Gesundheit.