Methode
Zukunftsladen
Im Zukunftsladen plant eine Person selbst, wie sie am Leben teilhaben möchte. Ein selbst gewählter Kreis von Menschen unterstützt sie dabei.
Die eigene Teilhabe planen
Das Motto lautet: „Ich plane meine Teilhabe selbst.“
Die Person entwickelt eigene Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen für die Zukunft. Daraus beschreibt sie, welche Unterstützung sie vom Hilfesystem braucht.
Dabei hilft ein Unterstützerkreis. Die Person wählt die Menschen dafür selbst. Dazu können Fachkräfte, Angehörige, Freunde, Peers, Freiwillige und andere vertraute Personen gehören. Peers bringen eigene Erfahrungen ein.
Ein Treffpunkt im Kiez
Der Zukunftsladen ist als soziales Unternehmen gedacht. Er soll ein gemeinsamer Anlaufpunkt im Stadtteil sein.
Dort werden Gespräche in Unterstützerkreisen begleitet. Persönliche Zukunftsplanung wird möglich. Außerdem entstehen Beziehungen im Stadtteil.
Der Zukunftsladen ergänzt Teilhabefachdienste und andere Stellen. Er ersetzt sie nicht.
Seine Aufgabe ist, das Netzwerk zu koordinieren und Gespräche zu moderieren. Er bietet nicht selbst einzelne Hilfen wie Betreutes Wohnen an.
Für wen das Konzept gedacht ist
Im Mittelpunkt stehen Menschen, denen Teilhabe besonders schwer gemacht wird.
Sie werden häufig als schwer erreichbar, eigensinnig oder als „Systemsprenger“ bezeichnet. Bestehende Hilfen übersehen sie leicht, schließen sie aus oder reichen sie an andere Stellen weiter.
Der Zukunftsladen will ihre selbst gewählten Unterstützerkreise mit Beziehungen im Stadtteil verbinden.
Welche Ansätze zusammenkommen
Das Konzept verbindet mehrere Grundlagen:
- Persönliche Zukunftsplanung: eigene Zukunftswünsche und Schritte entwickeln.
- Unterstützerkreise: Menschen helfen gemeinsam bei diesem Weg.
- Kwartiermaken: gastfreundliche Räume und Beziehungen ermöglichen.
- Empowerment: den eigenen Einfluss und die eigenen Handlungsmöglichkeiten stärken.
- Sozialraumorientierung: Beziehungen und Möglichkeiten im Lebensumfeld berücksichtigen.
- Soziokratie.
- Dialogische Entscheidungsfindung.
Der methodische Kern sind moderierte Unterstützerkreise aus der Persönlichen Zukunftsplanung. Ihre Bedeutung für Erwachsene mit dem Etikett „Systemsprenger“ wird auch im Text Persönliche Zukunftsplanung mit erwachsenen Systemsprenger:innen besprochen.
Die Arbeit an Beziehungen im Stadtteil wird in Beziehungen, nicht Adressen genauer beschrieben.
Ein Konzept, das weiter geprüft werden muss
Der Zukunftsladen ist bisher ein Konzept und eine Grundlage für Diskussionen.
Er muss in örtlichen Pilotprojekten weiterentwickelt werden. Dabei muss auch untersucht werden, wie er wirkt und wie die Umsetzung vor Ort gelingt.
Das Konzept verbindet schon jetzt mehrere Begriffe und Methoden zu einem konkreten Zukunftsmodell.
Bücher und Quellen
Doose, S. (2020). „I want my dream“ – Persönliche Zukunftsplanung (11. Aufl.). AG SPAK Bücher.
Giertz, K., Große, L., & Gahleitner, S. B. (2021). Hard to reach: Schwer erreichbare Klientel unterstützen. Psychiatrie Verlag.
