Zettel
Hintergrundwissen: WRAP (Wellness Recovery Action Plan)
WRAP ist ein freiwilliger Plan für Wohlbefinden und Krisen. Menschen sammeln Werkzeuge, Warnzeichen und Hilfen. Der Plan gehört der Person selbst.
WRAP richtet, basierend auf der Entwicklung von Wohlbefinden und stützenden Alltagsroutinen, seinen Schwerpunkt auf Krisenprävention, -begleitung und -nachsorge. Das Programm kann sowohl von Fachkräften als auch von Peers geleitet werden (Copeland, 2015; Fukui et al., 2011), und es gilt in der Reihe der von Betroffenen entwickelten Tools als weltweit der verbreitetste Ansatz (Slade, 2013, S. 24).
WRAP ist eine Anleitung für Betroffene, wie sie allein oder mit Unterstützung von Freund:innen, Peers oder Fachkräften ein persönliches Arbeitsbuch zur Recovery-orientierten Krisenbearbeitung erstellen können (Copeland, 2015, S. 3–8). Die vorgeschlagene Struktur des Arbeitsbuches reiht sich chronologisch in idealtypische Abläufe von Krisen und deren Recovery-orientierter Bearbeitung ein:
1. Bereits im Alltag wird sich die Person darüber klar, was sie benötigt, um sich wohlzufühlen und mit Krisen umzugehen, und schreibt dies nieder. 2. Sie wird sich klar, welche Situationen oder Menschen potenzielle Trigger für sie darstellen. 3. wie sie Frühwarnzeichen einer Krise und Krisenvorstufen erkennen und 4. was sie in solchen Situationen tun kann (Copeland, 2015, S. 9–33). 5. Für den Fall einer akuten Krise verfasst sie einen detaillierten Krisenplan, der ihren Helfer:innen eine Orientierungshilfe sein soll. Hier legt sie dar, was Anzeichen einer akuten Krise bzw. eines Notfalls sind und wie andere erkennen, dass die akute Krise bzw. der Notfall abgeschlossen ist, sie beschreibt Behandlungswünsche, welche alltagspraktischen Unterstützungen sie in einer Krise braucht, was sie sich von anderen wünscht oder ausdrücklich nicht wünscht und was dringend vermieden werden sollte, um zu deeskalieren (Copeland, 2015, S. 34–38). 6. In einem Nachkrisenplan beschreibt sie, woran sie selbst erkennt, dass sie eine Krise überstanden hat, was sie dann benötigt und wer ihr im Übergang in den Alltag helfen kann (Copeland, 2015, S. 49–59). 7. In der Nachbereitung einer Krise überarbeitet sie den bisherigen Wellness Recovery Action Plan mit den Erfahrungen, die sie in der Krise gemacht hat, und geht ihn idealerweise sogar tagtäglich durch (Copeland, 2015, S. 60–61). Basierend auf den Ergebnissen aus Schritt 1-6 erstellt sie einen Notfallkoffer, der auch durch weitere Skills ergänzt werden kann.
In der intensiven Auseinandersetzung mit Krisen fällt WRAP aus der Mehrzahl Recovery-orientierter Methoden heraus, die unter weitgehender Ausblendung von Problemen und Krisen auf Stärken und Ressourcen schauen. Die Tatsache, dass Probleme und Krisen vielleicht im Rahmen des Recovery-Ansatzes zu wenig thematisiert werden (vgl. [Zwischen Krise und Kontinuität](/texte/zwischen-krise-und-kontinuitaet/), S. 26) könnte erklären, warum WRAP eine so unvergleichlich hohe Verbreitung findet (Slade, 2013, S. 24).
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*Abbildung 1. Kreisförmiges Strukturmodell des Wellness Recovery Action Plans (WRAP) nach Copeland (2015)* Die Visualisierung fasst zentrale WRAP-Schritte in einer zyklischen Abfolge zusammen. Copeland selbst arbeitet nicht mit einem Kreismodell; die grafische Struktur stellt daher eine konzeptionelle Weiterentwicklung dar. Eigene Darstellung und Übersetzung.
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