Begriff

Anliegen

Ein Anliegen kann aus einer Spannung, einem Wunsch, einem Bedarf, einem Risiko oder einer wiederkehrenden Schwierigkeit entstehen. Es ist noch nicht zwingend ein fertiger Vorschlag. In der dialogischen Entscheidungsfindung hilft die Klärung des Anliegens, damit nicht vorschnell eine Lösung vorgegeben wird.

Fachlich wichtig ist die Unterscheidung: Ein Anliegen ist nicht automatisch eine Forderung. Es ist zunächst ein Hinweis darauf, was gesehen, verstanden oder bearbeitet werden soll. Daraus kann ein Vorschlag entstehen, an dem andere mit Fragen und Einwänden weiterarbeiten.

Fachlicher Hintergrund

Hinter Positionen, Verhalten oder Widerstand stehen Anliegen, die verstanden werden wollen, bevor entschieden wird — hier berührt sich dEf mit der Gewaltfreien Kommunikation, wie es in Konsent-Entscheidungsfindung in der Sozialen Arbeit und den dEf-Grundlagen ausgearbeitet ist. Die diagnostische Bewegung verschiebt sich damit von der Frage „Was stimmt nicht mit der Person?“ zur Frage, worum es ihr geht und welche Spannungen im Verhalten stecken.

Literatur

Bendler, S. & Heise, S. (2018). Gewaltfreie Kommunikation in der Sozialen Arbeit. Vandenhoeck & Ruprecht. https://doi.org/10.13109/9783666711503

Butler, C. T. & Rothstein, A. (1987). On Conflict and Consensus: A handbook on formal consensus decisionmaking. Food Not Bombs Publishing.

Herriger, N. (2020). Empowerment in der Sozialen Arbeit: Eine Einführung (6. Aufl.). Kohlhammer.

Rosenberg, M. B. (2016). Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens (12. Aufl.). Junfermann.