konsent.one
Alltagssprache
AlltagsspracheEN
Alltagssprache
AlltagsspracheEN

Begriff

Anliegen

Ein Anliegen ist das, was einem Menschen wichtig ist. Es kann hinter einem Wunsch, einem Verhalten oder einem Nein stehen.

Zuerst verstehen, worum es geht

Ein Anliegen kann viele Ausgangspunkte haben. Jemand wünscht sich etwas. Eine Person braucht Unterstützung oder sieht eine Gefahr. Vielleicht gibt es eine Spannung oder eine Schwierigkeit, die immer wieder auftritt.

Das Anliegen ist noch keine fertige Lösung. In der dialogischen Entscheidungsfindung, kurz dEf, wird deshalb zuerst geklärt: Worum geht es der Person? Was soll gesehen, verstanden oder verändert werden?

Diese Klärung ist wichtig. Sonst kann zu schnell eine Lösung festgelegt werden, die am eigentlichen Anliegen vorbeigeht.

Ein Anliegen ist nicht automatisch eine Forderung

Eine Forderung legt bereits fest, was geschehen soll. Ein Anliegen zeigt zunächst, was einem Menschen wichtig ist. Daraus kann später ein Vorschlag entstehen. Andere können Fragen dazu stellen und begründete Einwände einbringen. So wird gemeinsam weitergesucht.

Auch Widerstand kann ein Anliegen zeigen

Ein Anliegen ist nicht immer klar ausgesprochen. Es kann sich in einer festen Position, in einem Verhalten oder in Widerstand zeigen. Dann hilft es, nicht nur zu fragen: „Was stimmt mit dieser Person nicht?“ Hilfreicher ist die Frage: „Worum geht es ihr? Welche Spannung steckt in ihrem Verhalten?“

Damit berührt dEf die Gewaltfreie Kommunikation. Auch dort sollen die Gründe hinter Worten und Verhalten verstanden werden, bevor eine Entscheidung fällt.

Diese Verbindung wird in Konsent-Entscheidungsfindung in der Sozialen Arbeit und in den Grundlagen von dEf erklärt.

Bücher und Quellen

Bendler, S. & Heise, S. (2018). Gewaltfreie Kommunikation in der Sozialen Arbeit. Vandenhoeck & Ruprecht. https://doi.org/10.13109/9783666711503

Butler, C. T. & Rothstein, A. (1987). On Conflict and Consensus: A handbook on formal consensus decisionmaking. Food Not Bombs Publishing.

Herriger, N. (2020). Empowerment in der Sozialen Arbeit: Eine Einführung (6. Aufl.). Kohlhammer.

Rosenberg, M. B. (2016). Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens (12. Aufl.). Junfermann.