Einordnung

CHIME ↔ Konsent-Prozess (Einordnung der 7 Schritte)

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CHIME-Kategorie Wo „Konsent“ sich einfügt (Haltung/Funktion) Passende Konsent-Schritte Kurzbegründung
C – Connectedness Verbindung herstellen, überhaupt gemeinsam in einen Prozess kommen Rahmen/Start (vor Schritt 1) + durchgängig Konsent setzt Zugehörigkeit und Gesprächsfähigkeit voraus: „Wir kommen zusammen, um Spannungen gemeinsam zu bearbeiten.“
H – Hope Differenz zwischen Ist und Soll sichtbar machen, ohne zu entmutigen 1 Spannung benennen (+ Übergang zu 2) Die Spannung benennt, dass Veränderung möglich ist: Zwischen „so ist es“ und „so sollte es sein“ entsteht Hoffnung/Optimismus.
I – Identity Selbst-Positionierung: „Ich bringe mich ein“ durch einen eigenen Vorschlag 2 Vorschlag machen Ein Vorschlag ist Identitätsarbeit: eine Stimme, ein Standpunkt, ein Beitrag zur gemeinsamen Realität – unabhängig davon, ob er angenommen wird.
M – Meaning Sinn entsteht im gemeinsamen Aushandeln: was ist wichtig, was trägt, was ist akzeptabel 5 Einwände sammeln + 6 Einwände integrieren In Einwänden und Integration klären sich Werte, Grenzen, Prioritäten – daraus entsteht Bedeutung und gemeinsame Orientierung.
E – Empowerment Entscheidungsmacht und Handlungsfähigkeit: Ja sagen, Nein sagen, blockieren, umsetzen 7 Entscheidung (Annehmen/Ablehnen, mit Umsetzung) Empowerment zeigt sich in echter Entscheidungsfähigkeit: Zustimmung, Aufschub, Zurücknahme oder Blockade – und dann konsequente Umsetzung.

Kurzer Text

In dieser Zuordnung ist Konsent weniger „eine Technik neben CHIME“, sondern eine prozessuale Übersetzung von CHIME in konkrete Zusammenarbeit: Connectedness ist die Grundhaltung des Zusammenkommens, Hope entsteht durch das Benennen von Spannungen, Identity wird durch das Formulieren von Vorschlägen sichtbar, Meaning entsteht im Aushandeln (Einwände/Integration), und Empowerment zeigt sich in echter Entscheidungs- und Umsetzungsmacht.

Hinweis: Schritt 3 (Verständnisfragen) und Schritt 4 (Reaktionen hören) wirken als Brücken: Sie stabilisieren Connectedness (Beziehung/Verstehen) und bereiten Meaning/Empowerment vor, ohne schon in die formelle Einwandsarbeit zu gehen.

Literatur

Bockelbrink, B., Priest, J. & David, L. (2019). Soziokratie 3.0 - Ein Praxisleitfaden. Sociocracy 3.0. https://sociocracy30.org/guide/

Butler, C. T. & Rothstein, A. (1987). On Conflict and Consensus: A handbook on formal consensus decisionmaking. Food Not Bombs Publishing.

Herriger, N. (2020). Empowerment in der Sozialen Arbeit: Eine Einführung (6. Aufl.). Kohlhammer.

Leamy, M., Bird, V., Le Boutillier, C., Williams, J. & Slade, M. (2011). Conceptual framework for personal recovery in mental health: Systematic review and narrative synthesis. British Journal of Psychiatry, 199(6), 445-452. https://doi.org/10.1192/bjp.bp.110.083733

Rau, T. J. & Koch-Gonzalez, J. (2018). Many Voices One Song: Gemeinsam arbeiten, gemeinsam entscheiden mit Soziokratie. Sociocracy For All.