Dialogisch meint nicht einfach nett miteinander reden. In den dEf-Texten von konsent.one ist Dialog eine Praxis gemeinsamen Verstehens: Stimmen werden hörbar, Perspektiven werden nicht vorschnell eingeordnet, und Entscheidungen entstehen erst, wenn das Anliegen, die Einwände und die Folgen verstanden sind.
Für dEf ist diese Haltung zentral. Ohne sie werden Vorschlag, Einwand und Vereinbarung zu Technik. Mit ihr kann ein Entscheidungsprozess auch dort Beziehung erhalten, wo Macht, Druck oder Konflikt im Raum stehen.
Fachlicher Hintergrund
Fachlich schließt das an das Shared Decision Making des Recovery-Ansatzes an: die „Zusammenarbeit, in der Fachperson und Patient:in gemeinsam entscheiden“ (Slade, 2017, S. 146), getragen von der Überzeugung „My body, my mind, my choice“ (Drake & Deegan, 2009, S. 1007). Bei Herriger tritt an die Stelle des „sicheren Urteils des Experten“ entsprechend „ein Beziehungsmodus des offenen Dialogs und des partnerschaftlichen Aushandelns“ (Herriger, 2020, S. 84).
Literatur
Drake, R. E., & Deegan, P. E. (2009). Shared decision making is an ethical imperative. Psychiatric Services, 60(8), 1007. https://doi.org/10.1176/ps.2009.60.8.1007
Herriger, N. (2020). Empowerment in der Sozialen Arbeit: Eine Einführung (6. Aufl.). Kohlhammer.
Slade, M. (2017). Implementing shared decision making in routine mental health care. World Psychiatry, 16(2), 146–153. https://doi.org/10.1002/wps.20412
