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Begriff

dialogisch

Dialogisch heißt: Menschen sprechen miteinander und versuchen, einander zu verstehen. Das Gespräch darf die gemeinsame Lösung verändern.

Mehr als freundlich miteinander reden

Ein Dialog ist in den dEf-Texten mehr als ein nettes Gespräch. Verschiedene Stimmen sollen wirklich hörbar werden. Die Sicht einer Person soll nicht vorschnell in eine Schublade eingeordnet werden.

Zuerst wird gemeinsam verstanden: Was ist das Anliegen? Welche Einwände gibt es? Welche Folgen hätte eine Entscheidung? Erst dann entsteht die Entscheidung.

Die Lösung muss offen bleiben

Die Beteiligten hören einander zu. Dabei darf sich die Lösung verändern. Steht sie bereits fest, fehlt dieser wichtige Teil des Dialogs.

Für die dialogische Entscheidungsfindung, kurz dEf, ist diese Haltung entscheidend. Ohne sie können Vorschläge, Einwände und Vereinbarungen zu bloßen Verfahrensschritten werden.

Mit einer dialogischen Haltung kann die Beziehung dagegen erhalten bleiben, auch wenn Machtunterschiede, Druck oder Konflikte eine Rolle spielen.

Fachkräfte und unterstützte Personen entscheiden gemeinsam

Im Recovery-Ansatz wird diese Zusammenarbeit auch „Shared Decision Making“ genannt. Gemeint ist, dass Fachperson und unterstützte Person gemeinsam entscheiden.

Dahinter steht die Überzeugung: Es geht um meinen Körper, mein seelisches Leben und meine Wahl. Fachliche Hilfe soll diese eigene Entscheidung nicht einfach ersetzen.

Herriger beschreibt dazu einen Wechsel in der Beziehung. An die Stelle des scheinbar sicheren Urteils der Fachkraft treten offenes Gespräch und partnerschaftliches Aushandeln.

Dialogisch zu handeln bedeutet also, das eigene Verständnis im Kontakt prüfen zu lassen. Die Beiträge der anderen Person müssen für den weiteren Weg etwas bedeuten können.

Bücher und Quellen

Drake, R. E., & Deegan, P. E. (2009). Shared decision making is an ethical imperative. Psychiatric Services, 60(8), 1007. https://doi.org/10.1176/ps.2009.60.8.1007

Herriger, N. (2020). Empowerment in der Sozialen Arbeit: Eine Einführung (6. Aufl.). Kohlhammer.

Slade, M. (2017). Implementing shared decision making in routine mental health care. World Psychiatry, 16(2), 146–153. https://doi.org/10.1002/wps.20412