Methode

Dialogische Konsequenzenfolge

Worum es geht

Wenn Vereinbarungen nicht tragen, entstehen oft zwei schlechte Reflexe: wegschauen oder bestrafen. Die dialogische Konsequenzenfolge sucht den Raum dazwischen. Sie spricht früh an, klärt Gründe und Wirkungen, erhöht Verbindlichkeit schrittweise und prüft jederzeit, ob Schutz- oder Rechtswege Vorrang haben.

Seit der aktuellen Fassung kann die Folge auch bei Feedback und Spannungen ansetzen, bevor es überhaupt eine tragfähige Vereinbarung gibt. Konsequenzen im engeren Sinn beginnen erst, wenn eine klare, verstandene und prüfbare Vereinbarung wiederholt nicht trägt.

Grundhaltung

Vor jeder Rückmeldung liegt Stufe 0: das Erwünschte stärken. Die Methode darf nicht nur als Reaktion auf „rotes“ Verhalten verstanden werden. Sie gehört in eine Praxis, die positives Miteinander, Wahlmöglichkeiten, Unterstützung und gute Vereinbarungen fördert.

Die fünf Stufen

  1. Vier-Augen-Gespräch.
  2. Gespräch in kleiner Runde.
  3. Gruppengespräch.
  4. Verbindliches Vereinbarungsgespräch.
  5. Formale Konsequenz.

Wenn eine Stufe wirkt, geht es nicht zur nächsten Stufe.

Grenzen

Die Konsequenzenfolge ist nicht für akute Gefährdung gedacht. Dann gelten Schutzkonzept, Notfallweg und die jeweils zuständigen rechtlichen oder institutionellen Verfahren. Sie ersetzt auch keine Beschwerde-, Hilfeplan-, arbeitsrechtlichen oder sonstigen formalen Verfahren.

Fachlicher Hintergrund

Die dialogische Konsequenzenfolge ist eine freie, für die Soziale Arbeit überarbeitete Adaption der von Diana Leafe Christian beschriebenen „graduated series of consequences“ — fair abgestufter Konsequenzen, die Menschen mit Respekt behandeln und dennoch „teeth“ haben (Christian, 2003, S. 215–217; 2019). Sie gilt nur für vorher gemeinsam beschlossene Regeln, mit Review — nie als verdeckte Sanktion und nie bei Lebensführungsentscheidungen; ausgearbeitet ist das in Dialogische Konsequenzenfolge.

Literatur

Christian, D. L. (2003). A graduated series of consequences. In Creating a life together: Practical tools to grow ecovillages and intentional communities (S. 215–217). New Society Publishers.

Christian, D. L. (2019). A graduated series of consequences and the “community eye”. Communities, 184, 61–63.