konsent.one
Alltagssprache
AlltagsspracheEN
Alltagssprache
AlltagsspracheEN

Methode

Dialogische Konsequenzenfolge

Eine gemeinsam vereinbarte Folge von Schritten hilft, wenn Absprachen immer wieder nicht tragen. Sie soll Klarheit schaffen und respektvoll bleiben.

Worum es geht

Manchmal funktionieren Vereinbarungen nicht. Dann ist weder Wegschauen noch Bestrafen hilfreich. Die dialogische Konsequenzenfolge beschreibt einen anderen Weg.

Die Beteiligten sprechen Schwierigkeiten früh an. Sie klären die Gründe und die Folgen. Schritt für Schritt wird verbindlicher besprochen, was geschehen soll. Dabei prüfen sie immer: Hat ein Schutzverfahren oder ein rechtliches Verfahren Vorrang?

Schon Rückmeldungen und Spannungen können Anlass für ein Gespräch sein. Dafür muss es noch keine tragfähige Vereinbarung geben. Konsequenzen im engeren Sinn setzen aber mehr voraus: Es gibt eine klare Vereinbarung. Alle haben sie verstanden. Man kann prüfen, ob sie eingehalten wird. Trotzdem trägt sie wiederholt nicht.

Vorher kommt Stufe 0

Stufe 0 heißt: das Erwünschte stärken. Das geschieht schon vor einer kritischen Rückmeldung.

Die Methode reagiert also nicht nur auf schwieriges Verhalten. Sie gehört zu einer Arbeitsweise, die gutes Miteinander stärkt. Dazu gehören Wahlmöglichkeiten, Unterstützung und gute Vereinbarungen.

Die fünf Stufen

Die Beteiligten kennen die Schritte vorher. Sie haben die Folge gemeinsam vereinbart.

  1. Ein Gespräch unter vier Augen.
  2. Ein Gespräch in einer kleinen Runde.
  3. Ein Gespräch in der Gruppe.
  4. Ein Gespräch über eine verbindliche Vereinbarung.
  5. Eine formale Konsequenz nach den geltenden Regeln und Verfahren.

Sobald eine Stufe wirkt, endet die Folge. Es geht dann nicht zur nächsten Stufe.

Wann andere Verfahren gelten

Bei einer akuten Gefahr ist diese Methode nicht passend. Dann gelten das Schutzkonzept, die Notfallwege und die zuständigen rechtlichen oder institutionellen Verfahren.

Die Konsequenzenfolge ersetzt auch keine Beschwerdeverfahren, Hilfeplanverfahren oder arbeitsrechtlichen Verfahren. Andere vorgeschriebene Verfahren bleiben ebenfalls bestehen.

Woher die Methode kommt

Diana Leafe Christian hat eine abgestufte Folge von Konsequenzen für Gemeinschaften beschrieben. Die Schritte sollen fair sein, Menschen respektvoll behandeln und zugleich wirksam sein.

Die dialogische Konsequenzenfolge ist eine freie Überarbeitung dieses Ansatzes für die Soziale Arbeit. Sie gilt für vorher gemeinsam beschlossene Regeln. Die Beteiligten überprüfen die Vereinbarungen und den Verlauf erneut.

Sie darf keine versteckte Bestrafung sein. Sie darf auch nicht dazu dienen, über die persönliche Lebensführung eines Menschen zu bestimmen.

Bücher und Quellen

Christian, D. L. (2003). A graduated series of consequences. In Creating a life together: Practical tools to grow ecovillages and intentional communities (S. 215–217). New Society Publishers.

Christian, D. L. (2019). A graduated series of consequences and the “community eye”. Communities, 184, 61–63.