In den dEf-Texten von konsent.one ist Empowerment nicht nur ein freundlicher Fachbegriff. Es geht um die Frage, ob Menschen wirklich Einfluss auf Entscheidungen haben, die ihr Leben betreffen. Beteiligung wird erst dann empowernd, wenn Vorschläge, Einwände und Vereinbarungen nicht nur erlaubt, sondern wirksam werden.
In der Recovery-Perspektive gehört Empowerment zu den zentralen CHIME-Prozessen: Menschen erleben Selbstwirksamkeit, gewinnen Kontrolle zurück und können Verantwortung für den eigenen Weg übernehmen. dEf kann dafür ein Werkzeug sein, weil es Entscheidungsmacht sichtbar und bearbeitbar macht.
Fachlicher Hintergrund
Herriger unterscheidet reflexives Empowerment — die „Selbst-Bemächtigung“ durch die Betroffenen selbst (2020, S. 16) — von transitivem Empowerment, das „die Aspekte des Ermöglichens, der Unterstützung und der Förderung von Selbstbestimmung durch andere“ betont (S. 17). Verfahren wie dEf gehören auf die transitive Seite: Sie können Empowerment nicht herstellen, aber Entscheidungssituationen so gestalten, dass Selbstbestimmung wahrscheinlicher wird; diese Begrenzung ist in den dEf-Grundlagen ausgearbeitet. Im CHIME-Framework gehört Empowerment zu den fünf zentralen Recovery-Prozessen (Leamy et al., 2011, S. 448).
Literatur
Herriger, N. (2020). Empowerment in der Sozialen Arbeit: Eine Einführung (6. Aufl.). Kohlhammer.
Leamy, M., Bird, V., Le Boutillier, C., Williams, J., & Slade, M. (2011). Conceptual framework for personal recovery in mental health: Systematic review and narrative synthesis. British Journal of Psychiatry, 199(6), 445–452. https://doi.org/10.1192/bjp.bp.110.083733
