Begriff

Identität

Identität ist einer der CHIME-Prozesse. Entscheidend ist, ob Menschen sich wieder als mehr erleben können als Patient:in, Klient:in, Problemfall oder Krisenperson. Recovery-orientierte Praxis unterstützt deshalb Rollen, Tätigkeiten und Beziehungen, in denen ein anderes Selbstbild möglich wird.

In den konsent.one-Texten zeigt sich das besonders dort, wo Alltag, Gartenarbeit, Sozialraum oder gemeinsame Entscheidungen nicht nur „Beschäftigung“ sind. Sie können Räume eröffnen, in denen Menschen eigene Stärken, Eigensinn, Zugehörigkeit und neue Rollen ausprobieren.

Fachlicher Hintergrund

Im CHIME-Framework umfasst identity eine veränderte Selbstwahrnehmung: Betroffene sehen sich nicht mehr ausschließlich als psychisch krank, sondern stärken multiple Identitäten und gehen selbstbewusst mit Stigmatisierung um (Bird et al., 2014, S. 648; Leamy et al., 2011, S. 448). Eine Identität jenseits von Diagnose und Krise lässt sich zudem als Schutzfaktor verstehen, der zugleich Hoffnung und Empowerment Raum gibt; siehe Zwischen Krise und Kontinuität.

Literatur

Bird, V., Leamy, M., Tew, J., Le Boutillier, C., Williams, J., & Slade, M. (2014). Fit for purpose? Validation of a conceptual framework for personal recovery with current mental health consumers. Australian & New Zealand Journal of Psychiatry, 48(7), 644–653. https://doi.org/10.1177/0004867413520046

Leamy, M., Bird, V., Le Boutillier, C., Williams, J., & Slade, M. (2011). Conceptual framework for personal recovery in mental health: Systematic review and narrative synthesis. British Journal of Psychiatry, 199(6), 445–452. https://doi.org/10.1192/bjp.bp.110.083733