Begriff
Identität
Identität beschreibt, wie ein Mensch sich selbst versteht. Ein Mensch ist mehr als seine Diagnose, seine Krise oder eine einzelne Rolle.
Mehr als eine Patientin oder ein Patient
Menschen werden manchmal vor allem als krank, hilfebedürftig oder schwierig gesehen. Das kann auch das eigene Bild von sich selbst prägen.
Identität ist ein wichtiger Teil von Recovery. Recovery meint den eigenen Weg zu einem guten Leben nach oder mit einer seelischen Krise. Dabei ist wichtig, sich wieder als mehr zu erleben: nicht nur als Patientin oder Patient, als betreute Person oder als jemand in einer Krise.
Andere Seiten der eigenen Person erleben
Unterstützung kann Tätigkeiten, Beziehungen und Rollen ermöglichen, in denen ein anderes Bild von sich selbst entsteht. Im Alltag, bei der Gartenarbeit, in der Nachbarschaft oder bei gemeinsamen Entscheidungen können Menschen eigene Stärken entdecken.
Solche Erfahrungen sind mehr als bloße Beschäftigung. Menschen können ausprobieren, was ihnen wichtig ist. Sie können ihren Eigensinn zeigen, Zugehörigkeit erleben und neue Rollen übernehmen.
Viele Seiten gehören zu einer Person
Im CHIME-Modell ist Identität einer der wichtigen Vorgänge bei Recovery. Die Forschung dazu beschreibt eine Veränderung: Menschen sehen sich nicht mehr ausschließlich als psychisch krank. Sie stärken die verschiedenen Seiten ihrer Identität.
Dazu gehört auch ein selbstbewusster Umgang mit Stigmatisierung. Stigmatisierung bedeutet hier, dass Menschen wegen einer psychischen Erkrankung abgewertet oder auf diese Erkrankung reduziert werden.
Eine Identität, die über Diagnose und Krise hinausgeht, kann Schutz geben. Sie kann Hoffnung stärken und mehr eigenen Einfluss ermöglichen. Dieser Zusammenhang wird in Zwischen Krise und Kontinuität erklärt.
Bücher und Quellen
Bird, V., Leamy, M., Tew, J., Le Boutillier, C., Williams, J., & Slade, M. (2014). Fit for purpose? Validation of a conceptual framework for personal recovery with current mental health consumers. Australian & New Zealand Journal of Psychiatry, 48(7), 644–653. https://doi.org/10.1177/0004867413520046
Leamy, M., Bird, V., Le Boutillier, C., Williams, J., & Slade, M. (2011). Conceptual framework for personal recovery in mental health: Systematic review and narrative synthesis. British Journal of Psychiatry, 199(6), 445–452. https://doi.org/10.1192/bjp.bp.110.083733
