In den dEf- und Kiezmachen-Texten von konsent.one ist Kwartiermaken die gesellschaftliche Ergänzung zu Empowerment. Nicht nur die Person soll befähigt werden; auch die Umgebung muss aufnahmefähiger, gastfreundlicher und beziehungsfähiger werden.
Für Recovery und Teilhabe heißt das: Inklusion entsteht nicht allein durch Angebote, sondern durch Arbeit am Sozialraum, an Beziehungen und an den Bedingungen, unter denen Menschen überhaupt willkommen sein können. Kiezmachen ist die deutschsprachige konsent.one-Adaption dieser Richtung als recovery-orientierte Sozialraummoderation.
Fachlicher Hintergrund
Kwartiermaken ist in den Niederlanden seit den 1990er-Jahren zu einer Bewegung gewachsen (vgl. Görres & Zechert, 2009a, S. 133) und zielt auf eine Gesellschaft, die im Sozialraum „Raum für Andersartigkeit“ schafft (Kal, 2016, S. 45-50; 2022). Dierinck fasst den Rollenwechsel zusammen: Kwartiermaken „takes you from healthcare provider to hope provider“ (Dierinck, 2023, S. 124, eigene Übersetzung; siehe Beziehungen, nicht Adressen).
Literatur
Dierinck, P. (2023). Community-Based Mental Healthcare for Psychosis: From Homelessness to Recovery and Continued In-home Support. Routledge.
Görres, B., & Zechert, C. (2009a). Kwartiermaken: Neue Wege zur Inklusion psychisch kranker Menschen. Soziale Psychiatrie, 33(4), 132–137.
Kal, D. (2016). Raum für Andersartigkeit. Das niederländische Konzept Kwartiermaken und sein philosophischer Hintergrund. sozialpsychiatrische informationen, 46(2), 45–50.
Kal, D. (2022). Gastfreundschaft. Das niederländische Konzept Kwartiermaken. Psychiatrie Verlag.
