Begriff

Life Sharing

Im dEf-Basiskurs meint Life Sharing, dass Menschen mit und ohne Lernbehinderung zusammenleben. Sie teilen Alltag und Zuhause. Wörtlich heißt Life Sharing: das Leben teilen.

Camphill

Im Camphill-Kontext bezeichnet Life Sharing nicht nur eine Wohnform, sondern eine Lebens- und Arbeitsweise: sogenannte lifesharing co-workers leben häufig mit ihren Familien in inklusiven Hausgemeinschaften mit den villagers, kochen und essen gemeinsam, gestalten Freizeit, Arbeit, Kultur und Gemeinschaftsleben mit und treffen Entscheidungen idealerweise gemeinsam.

Die Form ist eng mit der Geschichte der Camphill-Bewegung verbunden. In der klassischen Camphill-Praxis standen Life Sharing und Income Sharing zusammen: Co-workers verstanden sich nicht primär als Angestellte, sondern als Gemeinschaftsmitglieder. Neuere Entwicklungen verschieben viele Orte stärker in Richtung regulärer Beschäftigung und institutioneller Rollen.

Fachlicher Hintergrund

Gemeinschaftliche Lebensformen haben in der Recovery-Tradition einen frühen Fürsprecher: Deegan empfiehlt, neben Programmen mit klassisch individualistischen Werten auch gemeinschaftliche Wohnformen wie die von Jean Vanier begründeten L’Arche-Gemeinschaften als Option verfügbar zu machen (Deegan, 1988).

Literatur

Deegan, P. E. (1988). Recovery: The lived experience of rehabilitation. Psychosocial Rehabilitation Journal, 11(4), 11–19. https://doi.org/10.1037/h0099565

HMRC. (2013). Business Income Manual. BIM22040 – Meaning of trade: exceptions and alternatives: co-workers of the Camphill Association. HM Revenue & Customs. https://www.gov.uk/hmrc-internal-manuals/business-income-manual/bim22040

Lyons, M. (2015). Re-Thinking Community Care. The Camphill Village Model. A Critical Appraisal. Centre for Welfare Reform. https://www.centreforwelfarereform.org/library/rethinking-community-care.html

McKanan, D. (2020). Camphill and the Future. Spirituality and Disability in an Evolving Communal Movement. University of California Press.