Begriff
Life Sharing
Life Sharing bedeutet: Menschen mit und ohne Behinderungen teilen ihr Zuhause und ihren Alltag. Es geht um gemeinsames Leben und Mitgestalten.
Das Leben teilen
„Life Sharing“ ist Englisch und bedeutet „das Leben teilen“. Im dEf-Basiskurs geht es dabei um Menschen mit und ohne Lernbehinderung, die zusammenleben. Sie teilen ihr Zuhause, ihren Alltag und das Gemeinschaftsleben.
Life Sharing ist deshalb mehr als eine Form der Betreuung.
Life Sharing bei Camphill
In der Camphill-Bewegung ist Life Sharing eine Art zu leben und zu arbeiten. Mitarbeitende werden dort auch „co-workers“ genannt. Sie leben häufig mit ihren Familien in Hausgemeinschaften zusammen mit Menschen mit Behinderungen. Für diese Bewohnerinnen und Bewohner wird dort auch das Wort „villagers“ verwendet.
Die Menschen kochen und essen gemeinsam. Sie gestalten Freizeit, Arbeit, Kultur und das Leben der Gemeinschaft. Entscheidungen sollen im Idealfall gemeinsam getroffen werden.
Gemeinschaft und Erwerbsarbeit
In der Geschichte von Camphill gehörten Life Sharing und „Income Sharing“ eng zusammen. Income Sharing bedeutet, Einkommen zu teilen. Die Mitarbeitenden verstanden sich vor allem als Mitglieder der Gemeinschaft und nicht in erster Linie als Angestellte.
An vielen Orten hat sich das verändert. Reguläre Arbeitsverhältnisse und klar festgelegte Aufgaben innerhalb einer Einrichtung erhalten mehr Gewicht. Gemeinsames Leben und berufliche Rollen stehen dadurch heute teilweise anders zueinander.
Eine Möglichkeit in der Recovery-Tradition
Patricia Deegan setzte sich früh dafür ein, gemeinschaftliche Wohnformen als Wahlmöglichkeit anzubieten. Sie nannte dabei unter anderem die von Jean Vanier gegründeten L’Arche-Gemeinschaften.
Solche Möglichkeiten sollen neben Programmen bestehen, die stärker das einzelne Individuum in den Mittelpunkt stellen. Gemeinschaftliches Leben ist dabei eine verfügbare Option, nicht die einzige passende Lebensform.
Bücher und Quellen
Deegan, P. E. (1988). Recovery: The lived experience of rehabilitation. Psychosocial Rehabilitation Journal, 11(4), 11–19. https://doi.org/10.1037/h0099565
HMRC. (2013). Business Income Manual. BIM22040 – Meaning of trade: exceptions and alternatives: co-workers of the Camphill Association. HM Revenue & Customs. https://www.gov.uk/hmrc-internal-manuals/business-income-manual/bim22040
Lyons, M. (2015). Re-Thinking Community Care. The Camphill Village Model. A Critical Appraisal. Centre for Welfare Reform. https://www.centreforwelfarereform.org/library/rethinking-community-care.html
McKanan, D. (2020). Camphill and the Future. Spirituality and Disability in an Evolving Communal Movement. University of California Press.
