Begriff

Resilienz

In den Recovery-Kompass-Texten ist Resilienz keine Aufforderung, schwierige Verhältnisse privat wegzutrainieren. Sie richtet den Blick auf Schutzfaktoren, Ressourcen, soziale Unterstützung, Hoffnung, Sinn, Selbstwirksamkeit und tragende Routinen.

Für die Eingliederungshilfe ist wichtig: Resilienzförderung darf nicht individualistisch verkürzt werden. Menschen brauchen nicht nur Übungen, sondern auch passende Umgebungen, Beziehung, Teilhabe, Wahlmöglichkeiten und Hilfe beim Aufbau eines stabilen Alltags.

Fachlicher Hintergrund

Das Recovery-orientierte Krisenverständnis knüpft an das Resilienzmodell an: Schutzfaktoren zur Bewältigung von Herausforderungen und Krisen sind sein zentrales Element, und diese fügen sich fast nahtlos in die Recovery-Prozesse des CHIME-Frameworks ein — von Verbundenheit über Hoffnung bis Empowerment (Boydell et al., 2023, S. 2, 4-10; siehe auch Zwischen Krise und Kontinuität). Für die Eingliederungshilfe ist Resilienzförderung in Resilienzförderung in der Eingliederungshilfe als eigenes Handlungsfeld ausgearbeitet.

Literatur

Bengel, J. & Lyssenko, L. (2012). Resilienz und psychologische Schutzfaktoren im Erwachsenenalter: Stand der Forschung zu psychologischen Schutzfaktoren von Gesundheit im Erwachsenenalter. BZgA.

Boydell, K. M., Nicolopoulos, A., Macdonald, D., Habak, S. & Christensen, H. (2023). Understanding protective factors for men at risk of suicide using the CHIME framework: The primacy of relational connectedness. International Journal of Environmental Research and Public Health, 20(3), 2259. https://doi.org/10.3390/ijerph20032259

Reivich, K. & Shatté, A. (2003). The Resilience Factor. Random House.

Rutter, M. (1987). Psychosocial resilience and protective mechanisms. American Journal of Orthopsychiatry, 57(3), 316-331. https://doi.org/10.1111/j.1939-0025.1987.tb03541.x

Zander, M. & Roemer, M. (2016). Resilienz im Kontext von Sozialer Arbeit: Das Geheimnis der menschlichen Seele lüften? In R. Wink (Hrsg.), Multidisziplinäre Perspektiven der Resilienzforschung (S. 47-72). Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-09623-6_3