Teilhabe ist nicht nur der Zugang zu Angeboten. In den konsent.one-Texten geht es um wirksame Beteiligung, Beziehungen, Sozialraum, Wahlmöglichkeiten und die Frage, ob Menschen eigene Ziele und Wege verfolgen können.
Kiezmachen und Zukunftsladen übersetzen diesen Anspruch sozialräumlich: Nicht nur die Person soll sich anpassen. Auch Umgebungen müssen gastfreundlicher, zugänglicher und beziehungsfähiger werden.
Fachlicher Hintergrund
Betroffene haben jenseits diagnostischer Kriterien „vielschichtige Bedürfnisse und Wünsche in Bezug auf Wohnen, Arbeit, Bildung und soziale Belange“ (Anthony, 1993, S. 11, eigene Übersetzung; siehe Zwischen Krise und Kontinuität). Zugleich bleiben Menschen mit chronischen psychischen Beeinträchtigungen in sozialräumlichen Angeboten „doch immer wieder außen vor“ (Seckinger & Neumann, 2019, S. 526) — Teilhabe entscheidet sich deshalb daran, ob Umgebungen beziehungsfähiger werden und Andersartigkeit Platz bekommt; diese Linie ist in Beziehungen, nicht Adressen ausgearbeitet.
Literatur
Anthony, W. A. (1993). Recovery from mental illness: The guiding vision of the mental health service system in the 1990s. Psychosocial Rehabilitation Journal, 16(4), 11–23. https://doi.org/10.1037/h0095655
Seckinger, M., & Neumann, O. (2019). Sozial- und Gemeindepsychiatrie als sozialraumbezogenes Handlungsfeld. In F. Kessl & C. Reutlinger (Hrsg.), Handbuch Sozialraum. Grundlagen für den Bildungs- und Sozialbereich (2. Aufl., S. 519–537). Springer VS.
