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Begriff

Teilhabe

Teilhabe bedeutet, zum gesellschaftlichen Leben dazuzugehören und es mitzugestalten. Dafür brauchen Menschen echte Möglichkeiten, Beziehungen und passende Lebensbedingungen.

Mehr als ein Angebot nutzen dürfen

Ein Angebot ist vorhanden und grundsätzlich zugänglich. Das allein bedeutet noch nicht, dass alle Menschen tatsächlich teilhaben können.

Teilhabe heißt auch: eigene Ziele verfolgen, zwischen Möglichkeiten wählen und Entscheidungen beeinflussen können. Dazu gehören Beziehungen und Orte im Alltag, an denen ein Mensch dazugehört.

Menschen haben vielfältige Wünsche

Eine Diagnose beschreibt nicht alles, was ein Mensch braucht. Anthony nennt Wünsche und Bedürfnisse beim Wohnen, bei der Arbeit, bei Bildung und im sozialen Leben.

Die Unterstützung muss deshalb über Krankheitsmerkmale hinausblicken. Der Zusammenhang mit Recovery, also dem eigenen Weg zu einem guten Leben, wird in Zwischen Krise und Kontinuität beschrieben.

Auch die Umgebung muss sich verändern

Die Konzepte Kiezmachen und Zukunftsladen übertragen diesen Anspruch auf die Nachbarschaft und das örtliche Zusammenleben.

Es reicht nicht, nur von der einzelnen Person Anpassung zu verlangen. Die Umgebung muss zugänglicher und gastfreundlicher werden. Menschen müssen dort Beziehungen aufbauen können.

Das ist besonders wichtig, weil Menschen mit lang andauernden psychischen Beeinträchtigungen bei Angeboten im Lebensumfeld immer wieder außen vor bleiben.

Unterschiede müssen Platz haben

Ob Teilhabe gelingt, zeigt sich deshalb nicht nur an den vorhandenen Angeboten. Es zeigt sich auch daran, ob Menschen willkommen sind, Kontakte entstehen können und Andersartigkeit Platz bekommt.

Diesen Zusammenhang erklärt Beziehungen, nicht Adressen. Teilhabe betrifft damit den Alltag, Rechte und tatsächliche Wahlmöglichkeiten ebenso wie die Gestaltung der gemeinsamen Umgebung.

Bücher und Quellen

Anthony, W. A. (1993). Recovery from mental illness: The guiding vision of the mental health service system in the 1990s. Psychosocial Rehabilitation Journal, 16(4), 11–23. https://doi.org/10.1037/h0095655

Seckinger, M., & Neumann, O. (2019). Sozial- und Gemeindepsychiatrie als sozialraumbezogenes Handlungsfeld. In F. Kessl & C. Reutlinger (Hrsg.), Handbuch Sozialraum. Grundlagen für den Bildungs- und Sozialbereich (2. Aufl., S. 519–537). Springer VS.