Begriff

tragbar

Tragbar heißt nicht ideal und nicht bequem. Eine tragbare Vereinbarung ist gut genug für den Moment, sicher genug zum Ausprobieren und so klar, dass Einwände, Risiken und Verantwortlichkeiten mitgedacht sind.

In dEf ist Tragfähigkeit wichtiger als Begeisterung. Eine Lösung kann tragbar sein, obwohl nicht alle sie lieben. Sie darf aber niemanden übergehen und muss überprüfbar bleiben.

Fachlicher Hintergrund

Ziel ist nicht der perfekte, sondern der tragfähige Vorschlag — safe enough to try: „nicht das Ja ist gefordert, sondern kein schwerwiegendes Nein“ (Rüther, 2019, S. 94; vgl. S. 93). Ähnlich beschreibt Laloux das Verfahren bei Buurtzorg: Es reicht, „dass niemand einen prinzipiellen Einwand hat“, verbunden „mit dem Einverständnis, dass sie jederzeit neu betrachtet werden kann, wenn neue Informationen dazu auftauchen“ (Laloux, 2015, S. 66).

Literatur

Laloux, F. (2015). Reinventing Organizations. Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit. Vahlen.

Rüther, C. (2019). Gruppenentscheidungsverfahren für Teams. OrganisationsEntwicklung. Zeitschrift für Unternehmensentwicklung und Change Management, (2), 92–99.