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Methode

Blank-Page-Curriculum

Das Blank-Page-Curriculum ist ein Lehrplan aus leeren Seiten: Menschen füllen ihn selbst mit ihren Zielen, Interessen, Fragen und selbst gestellten Aufgaben.

Worum es geht

Ein übliches Curriculum legt vorher fest, was alle lernen sollen. Das Blank-Page-Curriculum dreht diese Logik um. Es beginnt mit leeren Seiten und mit der Frage, was eine Person tatsächlich tut, tun möchte und zu lernen bereit ist. Daraus entsteht Schritt für Schritt eine eigene Lernreise.

Das Material ist absichtlich einfach: ein Heft mit leeren Seiten. Darin werden Schritte, Beobachtungen, Notizen und Fragen festgehalten. Schreiben, Sammeln und Sichtbarmachen gehören selbst zum Lernen, weil sie Fortschritte erkennbar machen und Verantwortung für den eigenen Lernprozess stärken.

Haltung

Der Ansatz ist recovery-orientiert. Er setzt auf Hoffnung, Potenzial, kleine Fortschritte und eine langfristige Lernbeziehung. Er ist besonders dort nützlich, wo Menschen sehr unterschiedliche Fähigkeiten, Konzentrationsspannen, Interessen und Unterstützungsbedarfe mitbringen und starre Curricula nicht tragen.

Einsatz

Das Blank-Page-Curriculum ist im Garten entstanden, ist aber nicht an den Garten gebunden. Es passt überall dort, wo Menschen selbstbestimmt und auf Augenhöhe lernen wollen: in Kursen, Arbeitsprojekten, Peer-Formaten, Sozialraumprojekten und in der Eingliederungshilfe.

Literatur

Anthony, W. A. (1993). Recovery from mental illness: The guiding vision of the mental health service system in the 1990s. Psychosocial Rehabilitation Journal, 16(4), 11-23. https://doi.org/10.1037/h0095655

Davies, W. (2000). The RAID manual: A relentlessly positive approach in working with extreme behaviour (3. Aufl.). APT Press.

Leamy, M., Bird, V., Le Boutillier, C., Williams, J. & Slade, M. (2011). Conceptual framework for personal recovery in mental health: Systematic review and narrative synthesis. British Journal of Psychiatry, 199(6), 445-452. https://doi.org/10.1192/bjp.bp.110.083733

Rapp, C. A. & Goscha, R. J. (2012). The strengths model: A recovery-oriented approach to mental health services (3. Aufl.). Oxford University Press.