Methode

Sozialraummoderation

Beziehungen statt Angebotsliste

Sozialraummoderation beginnt nicht bei der Frage, welche Angebote es in einem Bezirk gibt. Entscheidend ist, ob Menschen dort tatsächlich willkommen sind, wiedererkannt werden und Beziehungen entwickeln können. Ein Café, ein Verein oder ein Nachbarschaftsort wird erst dann zu einem Teilhaberaum, wenn Kontakt möglich ist und auch bei Irritationen nicht sofort Ausschluss folgt.

Moderieren statt verwalten

Sozialraum-Moderator:innen verwalten weder einzelne Menschen noch den Sozialraum von oben. Sie bereiten Wege, bringen Menschen miteinander ins Gespräch und moderieren einen Beziehungs- und Entdeckungsprozess. Dabei bleiben Wünsche, Grenzen und das Recht auf Rückzug der jeweiligen Person maßgeblich.

Kleine, tragfähige Schritte

Der Ausgangspunkt können vorhandene Mikro-Kontakte, vertraute Wege und Orte mit Willkommenspotenzial sein. Daraus können Kiezkarten, begleitete Erstkontakte, Ortspat:innen, Kiezfreund:innen oder Unterstützer:innenkreise entstehen. Ziel ist kein Aktivierungsprogramm, sondern ein Sozialraum, in dem Teilhabe freiwillig, sicher genug und wiederholbar wird.

Verwandte Zettel

Literatur

Dierinck, P. (2023). Community-Based Mental Healthcare for Psychosis: From Homelessness to Recovery and Continued In-home Support. Routledge.

Früchtel, F., & Budde, W. (2006). Wie funktioniert fallunspezifische Ressourcenarbeit? Sozialraumorientierung auf der Ebene von Netzwerken. In W. Budde, F. Früchtel & W. Hinte (Hrsg.), Sozialraumorientierung. Wege zu einer veränderten Praxis (S. 201-218). VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Görres, B., & Zechert, C. (2009). Der dritte Sozialraum als Handlungsort gemeindepsychiatrischer Organisationen: Good-Practice-Modelle aus Europa. Psychiatrie Verlag.

Kal, D. (2022). Gastfreundschaft. Das niederländische Konzept Kwartiermaken. Psychiatrie Verlag.

Seckinger, M., & Neumann, O. (2019). Sozial- und Gemeindepsychiatrie als sozialraumbezogenes Handlungsfeld. In F. Kessl & C. Reutlinger (Hrsg.), Handbuch Sozialraum. Grundlagen für den Bildungs- und Sozialbereich (2. Aufl., S. 520-537). Springer VS.