Ein Werkzeug für Menschen mit vielen Krisen — und eine Arbeitshilfe für die Eingliederungshilfe: Die neue Methodenskizze beschreibt den Recovery-Kompass mit seiner Toolbox und dem Krisen-Recovery-Coaching.

Illustration zum Recovery-Kompass mit Alltag, Spannung, Krise, Notfall und Nachsorge sowie vier Personen.
Der Recovery-Kompass ordnet Alltag, Spannung, Krise, Notfall und Nachsorge als zusammenhängenden Kreislauf.

Krisenpläne beginnen oft am falschen Ende: bei der Krise. Der Recovery-Kompass dreht die Reihenfolge um. Er folgt dem Grundsatz „Alltag zuerst“ — denn der Alltag ist das Fundament, an dem sich zeigt, was eine Person trägt. Wie das konkret aussieht, habe ich in einer Methodenskizze aufgeschrieben.

Der Recovery-Kompass ist entwickelt für Menschen, die viele Krisen kennen — mit Psychiatrie-Erfahrungen, Traumatisierungen, schweren oder chronischen Erkrankungen, Doppeldiagnosen. Anders als ein Methodenmanual gehört er den Nutzer:innen: ohne festen Fahrplan, allein oder mit dem eigenen Unterstützungsnetzwerk nutzbar.

Die Skizze beschreibt ihn in zwei Linien: die Toolbox — Resilienz-Karten, Alltagsplan und Reaktionsleitfäden, mit denen Klient:innen arbeiten — und das Krisen-Recovery-Coaching als fachkräftegeleitete Vermittlung.

Alltag, Spannung, Krise

Aufgebaut ist die Arbeit entlang dreier Richtungen: Alltag, Spannung und Krise. Im Alltag machen Resilienz-Karten sichtbar, was trägt und guttut. Die Spannung — die Phase steigenden Drucks vor einer Krise — ist in der Praxis die wichtigste: Hier geht es um Trigger und Frühwarnzeichen und die Frage, wie ich darauf reagieren kann.

Für die Krise selbst hält der Kompass Reaktionsleitfäden bereit: Was hilft mir, wenn es stürmisch wird? Wer soll an meiner Seite sein? Was soll auf keinen Fall passieren?

Recovery als Rahmen

Theoretisch fußt der Kompass auf dem Recovery-Ansatz nach Deegan, Anthony und CHIME — Hoffnung ist dabei die erste „Verordnung“. Er ist keine Anwendung eines einzelnen Tools, sondern eine Synthese frei zugänglicher Selbsthilfetools wie dem WHO-QualityRights-Tool, verbunden mit Ansätzen der Resilienzförderung und dem REFOCUS-Coaching.

Entscheidungen werden dabei dialogisch getroffen — im Sinne der dialogischen Entscheidungsfindung (dEf).

Vollständige Methodenskizze

Die vollständige Methodenskizze ist frei zugänglich:

Roerick, J. (2026). Der Recovery-Kompass. Eine Methodenskizze [Working Paper]. konsent.berlin / figshare. https://doi.org/10.6084/m9.figshare.32969489

Zum Recovery-Kompass

Text auf konsent.one Der Recovery-Kompass — eine Methodenskizze Projektseite recovery-kompass.de