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Begriff

Anweisung

Eine Anweisung sagt einem Menschen, was er tun soll. Sie ist keine gemeinsame Entscheidung und muss als Anweisung erkennbar sein.

Anweisung und Vorschlag unterscheiden

Bei einer Anweisung steht fest, was jemand tun soll. Die Entscheidung bleibt bei der Person, die die Anweisung gibt. In der Sozialen Arbeit ist das oft eine Fachkraft.

Ein Vorschlag ist dagegen offen für Prüfung und Veränderung. Menschen können Verständnisfragen stellen. Sie können Einwände nennen und gemeinsam eine Vereinbarung erarbeiten, die sie mittragen können.

Die dialogische Entscheidungsfindung, kurz dEf, fragt deshalb: Kann aus einer Anweisung ein Vorschlag werden?

Wann eine Anweisung nötig sein kann

Manchmal können fachliche, rechtliche oder ethische Gründe eine Anweisung nötig machen. Das kann bei einer unmittelbaren Gefahr oder in einem akuten Notfall der Fall sein. Beispiele im Fachtext sind eine Gefährdung des Kindeswohls und ein psychiatrischer Notfall.

Wenn sofortiger Schutz nötig ist, kann gemeinsames Entscheiden in den Hintergrund treten. Trotzdem muss klar gesagt werden: Hier wird eine Anweisung gegeben. Sie darf nicht als Beteiligung dargestellt werden.

Krise und Notfall sind verschieden

In einer Krise soll die betroffene Person möglichst selbst entscheiden und gemeinsam mit anderen nach einer Lösung suchen. Das bleibt wichtig, solange ein Gespräch möglich ist.

Bei einem akuten Notfall steht dagegen die Abwehr einer Gefahr im Vordergrund. Dann können andere Entscheidungen vorgeben. Der Fachtext nennt dafür das PsychKG. Das ist ein Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Erkrankungen.

Diese Unterscheidung gehört zu den Grundlagen von dEf. Außerhalb solcher Notfälle soll geprüft werden, wie eine Entscheidung wieder gemeinsam getroffen werden kann.

Bücher und Quellen

Deutscher Ethikrat. (2018). Hilfe durch Zwang? Professionelle Sorgebeziehungen im Spannungsfeld von Wohl und Selbstbestimmung. Stellungnahme vom 1. November 2018.

Neumann, O. (2022). Krisenintervention. In J. Bischkopf, D. Deimel, C. Walther, & R.-B. Zimmermann (Hrsg.), Soziale Arbeit in der Psychiatrie. Lehrbuch (S. 326–344). Psychiatrie Verlag.