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Begriff

Beteiligung

Beteiligung bedeutet: Menschen verstehen eine Entscheidung und bringen ihre Sicht ein. Ihre Beiträge können das Ergebnis wirklich verändern.

Mitwirkung muss etwas bewirken können

Menschen über eine Entscheidung zu informieren, ist wichtig. Auch ihnen zuzuhören ist wichtig. Für echte Beteiligung reicht beides allein noch nicht aus.

Beteiligung beginnt dort, wo Menschen eine feste und verlässliche Rolle beim Entscheiden haben. Ihre Sicht muss das Ergebnis verändern können. Sonst dürfen sie zwar sprechen, haben aber keinen wirksamen Einfluss.

Beteiligung lässt sich prüfen

Die dialogische Entscheidungsfindung, kurz dEf, versteht Beteiligung als mehr als eine freundliche Haltung. Der Ablauf einer Entscheidung muss Beteiligung tatsächlich ermöglichen. Dafür sind diese Fragen wichtig:

  • Wer darf einen Vorschlag machen?
  • Wer darf einen Einwand vorbringen?
  • Werden Einwände ernsthaft bearbeitet oder übergangen?
  • Ist die Vereinbarung so verständlich, dass alle wissen, worauf sie sich einlassen?

Ein besonders wichtiger Prüfstein ist: Kann ein begründeter Einwand die Entscheidung verändern?

Beteiligung in Krise und Notfall

Solange ein Gespräch möglich ist, kann Beteiligung helfen, eine Krise zu beruhigen. Sie kann auch den eigenen Weg zu einem guten Leben unterstützen. Dieser Weg wird Recovery genannt.

Bei einem akuten Notfall kann sofortiger Schutz Vorrang haben. Spätestens bei der Nachbesprechung sollen Betroffene wieder beteiligt werden. Das gilt auch für die Planung, was in einer künftigen Krise helfen soll.

Der fachliche Hintergrund

Das Stufenmodell von Wright und anderen unterscheidet verschiedene Formen der Beteiligung. Es hilft zu prüfen, wie viel Einfluss Menschen tatsächlich haben.

Herriger beschreibt ein Problem: Menschen dürfen manchmal formal widersprechen. Trotzdem fehlen Möglichkeiten, die Entscheidungsmacht von Fachleuten wirksam zu begrenzen. dEf setzt an dieser Lücke an. Das wird in den Grundlagen von dEf erklärt.

Bücher und Quellen

Herriger, N. (2020). Empowerment in der Sozialen Arbeit: Eine Einführung (6. Aufl.). Kohlhammer.

Wright, M. T. (Hrsg.). (2010). Partizipative Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention. Huber.

Wright, M. T., Block, M., & von Unger, H. (2007). Stufen der Partizipation in der Gesundheitsförderung. In Gesundheit Berlin (Hrsg.), Dokumentation 13. Bundesweiter Kongress Armut und Gesundheit.