Einordnung
CHIME ↔ psychologische Schutzfaktoren (nach Bengel & Lyssenko, 2012)
CHIME lässt sich mit psychologischen Schutzfaktoren verbinden. Diese Faktoren können Menschen helfen, Belastungen zu bewältigen.
Worum es bei der Zuordnung geht
CHIME beschreibt fünf wichtige Bereiche persönlicher Recovery. Psychologische Schutzfaktoren sind Eigenschaften, Erfahrungen oder Hilfen, die den Umgang mit Belastungen unterstützen können. Bengel und Lyssenko haben solche Faktoren 2012 beschrieben.
Die folgende Einordnung verbindet diese Faktoren mit den fünf CHIME-Bereichen. Sie ordnet sie nach ihrem Inhalt zu. Dabei enthält sie alle psychologischen Schutzfaktoren aus der genannten Übersicht. Jeder Faktor wird möglichst nur einmal genannt. Eine Zuordnung bedeutet nicht, dass ein Faktor ausschließlich zu diesem Bereich gehören kann.
C: Verbundenheit
Connectedness bedeutet Verbundenheit. Dazu gehört soziale Unterstützung. Menschen erfahren Hilfe durch Beziehungen zu anderen Menschen.
Die ergänzende Grafik nennt dazu konkrete Beispiele: Familienmitglieder, für die es sich zu leben lohnt, und den Wunsch, anderen nicht zu schaden. Sie nennt auch bedingungslose Unterstützung, geregelte Hilfsangebote sowie Selbsthilfegruppen und Peer-Support. Peer-Support heißt: Menschen mit ähnlichen Erfahrungen unterstützen einander.
H: Hoffnung und Zuversicht
Hope bedeutet Hoffnung. Dazu gehören Hoffnung, Optimismus und positive Gefühle. Optimismus heißt, eine gute Entwicklung für möglich zu halten. In der Grafik wird dies als das Gefühl beschrieben, eine gute Zukunft haben zu können.
I: Identität
Identity bedeutet Identität. Hier werden Selbstwertgefühl und Kohärenzgefühl zugeordnet. Selbstwertgefühl heißt: Ich bin als Person wertvoll. Kohärenzgefühl beschreibt das Vertrauen, dass das eigene Leben verständlich, bewältigbar und sinnvoll sein kann.
M: Sinn im Leben
Meaning bedeutet Sinn. Hier werden Religiosität und Spiritualität eingeordnet. Ein Glaube oder eine persönliche spirituelle Orientierung kann dem Leben Bedeutung geben.
Die Grafik nennt außerdem Haustiere, Bewegung, Natur und Meditation. Auch eine gute Arbeitsumgebung erscheint dort. Diese Beispiele ergänzen die Zuordnung aus der Übersicht.
E: Selbstbestimmung und Handlungsmacht
Empowerment bedeutet, selbst entscheiden und handeln zu können. Dazu passen vier Schutzfaktoren:
- Selbstwirksamkeitserwartung: Ich traue mir zu, eine Aufgabe durch eigenes Handeln zu bewältigen.
- Kontrollüberzeugungen: Ich habe eine Vorstellung davon, was ich selbst beeinflussen kann.
- Coping: Ich nutze Wege, um mit Belastungen umzugehen.
- Hardiness: Eine widerstandsfähige Haltung hilft mir im Umgang mit schwierigen Situationen.
Die Grafik fasst diesen Bereich mit innerer Stärke, Handlungsfähigkeit, Selbsthilfe und Wegen zur Bewältigung zusammen.
Bücher und Quellen
Bengel, J. & Lyssenko, L. (2012). Resilienz und psychologische Schutzfaktoren im Erwachsenenalter: Stand der Forschung zu psychologischen Schutzfaktoren von Gesundheit im Erwachsenenalter. BZgA.
Boydell, K. M., Nicolopoulos, A., Macdonald, D., Habak, S. & Christensen, H. (2023). Understanding protective factors for men at risk of suicide using the CHIME framework: The primacy of relational connectedness. International Journal of Environmental Research and Public Health, 20(3), 2259. https://doi.org/10.3390/ijerph20032259
Fredrickson, B. L. (2001). The role of positive emotions in positive psychology: The broaden-and-build theory of positive emotions. American Psychologist, 56(3), 218-226. https://doi.org/10.1037/0003-066X.56.3.218
Leamy, M., Bird, V., Le Boutillier, C., Williams, J. & Slade, M. (2011). Conceptual framework for personal recovery in mental health: Systematic review and narrative synthesis. British Journal of Psychiatry, 199(6), 445-452. https://doi.org/10.1192/bjp.bp.110.083733
Rutter, M. (1987). Psychosocial resilience and protective mechanisms. American Journal of Orthopsychiatry, 57(3), 316-331. https://doi.org/10.1111/j.1939-0025.1987.tb03541.x
