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Begriff

dEf – dialogische Entscheidungsfindung

dEf ist die Abkürzung für dialogische Entscheidungsfindung. Menschen klären gemeinsam ein Problem und verbessern ihre Vorschläge durch begründete Einwände.

Gemeinsam verstehen und entscheiden

Bei dEf geht es nicht zuerst darum, möglichst schnell Zustimmung zu bekommen. Die Beteiligten sollen verstehen, worum es geht. Sie bearbeiten Einwände und suchen eine Vereinbarung, die sie mittragen können.

Ausgangspunkt ist oft eine Spannung: Etwas passt nicht oder muss geklärt werden. Daraus entsteht ein Vorschlag. Bedenken und Einwände helfen, ihn weiterzuentwickeln.

Was die Methode verbindet

dEf verbindet mehrere Bestandteile:

  • Konsent: Ein Vorschlag kann gelten, wenn kein schwerwiegender, begründeter Einwand mehr besteht.
  • Widerstandsabfrage: Die Beteiligten fragen gezielt nach Widerstand und Bedenken.
  • Dialogische Konsequenzenfolge: Die Beteiligten befassen sich im Gespräch mit Folgen und Konsequenzen.

Dabei steht die einzelne Person mit ihrem Erleben im Mittelpunkt. Vorhandene Fähigkeiten und Hilfen sollen genutzt werden. Menschenrechte und der eigene Weg zu einem guten Leben sind wichtige Grundlagen. Dieser eigene Weg wird im Zusammenhang mit seelischen Belastungen Recovery genannt.

Für Entscheidungen in der Sozialen Arbeit

dEf überträgt das Konsent-Prinzip auf die Soziale Arbeit. Dabei geht es auch um Entscheidungen im Alltag, beim Wohnen und in der Hilfeplanung.

Die Methode berücksichtigt, dass Menschen unterschiedlich viel Macht haben. Sie nimmt eigene Lebensvorstellungen und Eigensinn ernst. Auch Einwände und Grenzen von Einrichtungen müssen sichtbar werden.

Ein Ausgangspunkt der Entwicklung war eine Beobachtung: Konsent war in der wissenschaftlichen Literatur zur Sozialen Arbeit bisher kaum zu finden. Die Entwicklung beschreiben Konsent-Entscheidungsfindung in der Sozialen Arbeit und die Grundlagen von dEf.

Was bisher über die Methode bekannt ist

dEf wird ausdrücklich als evidenznah bezeichnet. Das bedeutet hier: Die Methode wird nachvollziehbar aus fachlichen und theoretischen Grundlagen entwickelt.

Sie ist als gesamtes Verfahren bisher noch nicht wissenschaftlich auf ihre Wirkung geprüft. Deshalb wird sie nicht als evidenzbasiert bezeichnet. Ihre bisherige Stärke ist die offen erklärte fachliche Herleitung.

Im Stufenmodell der Beteiligung nach Wright und anderen wird dEf als Mitbestimmung eingeordnet. Dafür gilt eine klare Bedingung: Einwände müssen bearbeitet werden und die Entscheidung verändern können.

Bücher und Quellen

Wright, M. T. (Hrsg.). (2010). Partizipative Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention. Huber.

Wright, M. T., Block, M., & von Unger, H. (2007). Stufen der Partizipation in der Gesundheitsförderung. In Gesundheit Berlin (Hrsg.), Dokumentation 13. Bundesweiter Kongress Armut und Gesundheit.