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Begriff

Einwand

Ein Einwand nennt einen wichtigen und nachvollziehbaren Grund gegen einen Vorschlag. Er hilft, den Vorschlag zu verbessern.

Ein Einwand ist Material für die gemeinsame Arbeit

Ein Einwand zeigt: So ist ein Vorschlag noch nicht tragbar. Vielleicht gibt es eine Gefahr oder eine Lücke. Vielleicht wurde ein wichtiges Bedürfnis oder eine Grenze nicht berücksichtigt.

In der dialogischen Entscheidungsfindung, kurz dEf, ist ein Einwand deshalb keine Störung und kein persönlicher Angriff. Er soll nicht weggeredet werden. Die Beteiligten sollen verstehen, was daran wichtig ist, und am Vorschlag weiterarbeiten.

Vier verschiedene Arten von Widerspruch

Nicht jeder Widerspruch hat das gleiche Gewicht. Die dEf-Unterlagen unterscheiden vier Arten:

  • Eine Präferenz ist ein persönlicher Wunsch: Ich hätte es lieber anders.
  • Eine Sorge weist auf eine mögliche Gefahr hin. Noch ist nicht belegt, ob diese Gefahr tatsächlich besteht.
  • Ein Einwand nennt einen konkreten Punkt: Der Vorschlag verfehlt das gemeinsame Ziel oder kann Schaden anrichten.
  • Eine Blockade bedeutet: Ein anerkanntes Prinzip würde verletzt. Auch dafür muss es einen nachvollziehbaren Grund geben.

Eine Blockade ist also kein unbegründetes Recht, alles zu verhindern. Die Unterschiede erklärt Vier Qualitäten von Widerspruch.

Was einen Einwand tragfähig macht

Ein Einwand soll sich auf das gemeinsame Ziel, auf Schutz, auf Verantwortung oder auf die Umsetzbarkeit der Vereinbarung beziehen. Dann lässt sich der angesprochene Punkt bei der Überarbeitung berücksichtigen. Das macht die Vereinbarung verlässlicher.

In der Sozialen Arbeit können besonders wichtige Einwände mit Gesetzen, Verträgen oder bereits getroffenen Absprachen zusammenhängen. Dazu können auch Betreuungsverträge und Hilfepläne gehören. Das beschreibt Konsent-Entscheidungsfindung in der Sozialen Arbeit.

Bücher und Quellen

Buck, J., & Villines, S. (2017). We the People. Consenting to a deeper democracy (2. Aufl.). Sociocracy.info.

Butler, C. T., & Rothstein, A. (1987). On conflict and consensus: A handbook on formal consensus decisionmaking. Food Not Bombs Publishing.