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Begriff

Notfall

In einem Notfall besteht eine akute, erhebliche Gefahr. Dann stehen schnelle professionelle Hilfe und Schutz im Vordergrund.

Notfall und Krise unterscheiden

Eine Krise ist nicht automatisch ein Notfall. Im Fachtext wird der Übergang so beschrieben: Zur Krise kommt eine Gefahr für die Person selbst oder für andere hinzu. Gleichzeitig kann die Person die Krise nicht mehr eigenständig bewältigen.

Dann kann es nötig sein, schnell zu handeln und klare Anweisungen zu geben. Dieses Handeln braucht eine rechtliche Grundlage. Der Fachtext nennt hier das PsychKG, ein Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Erkrankungen.

Die Abwehr der Gefahr hat in dieser Situation Vorrang. Wenn andere die Entscheidung vorgeben, ist das keine gemeinsame dialogische Entscheidung. Es soll auch nicht so bezeichnet werden.

Selbstbestimmung bleibt vor und nach dem Notfall wichtig

Recovery meint den eigenen Weg zu einem guten Leben nach oder mit einer seelischen Krise. Dieser Blick bleibt auch beim Umgang mit Notfällen wichtig.

Dazu gehören Vorsorge und Planung für mögliche Krisen. Klare Absprachen können helfen. Zwang soll möglichst vermieden oder gering gehalten werden. Sobald es wieder möglich ist, soll die betroffene Person gemeinsam mit den Unterstützenden über das Geschehene sprechen können.

Nach dem Notfall geht die Begleitung weiter

Wenn die unmittelbare Gefahr vorbei ist, ist die Krise meist noch nicht überwunden. Deshalb soll die weitere Hilfe wieder stärker gemeinsam mit der Person gestaltet werden.

Für diesen Übergang werden geplante Anschlusshilfen diskutiert, die sich an Recovery orientieren. Ihre Wirksamkeit ist bisher nicht belegt.

Ein Beispiel ist „Welcome Basket“. Hier begleiten Menschen mit eigener Krisenerfahrung andere Menschen nach einem Klinikaufenthalt. Eine Studie teilte die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip in Gruppen ein. Sie fand keinen Vorteil von Welcome Basket gegenüber der üblichen Versorgung.

Diese Ergebnisse und den Übergang nach einem Notfall behandelt Zwischen Krise und Kontinuität.

Bücher und Quellen

Kidd, S. A., Mutschler, C., Lichtenstein, S., Yan, S., Virdee, G., Blair, F., Mihalakakos, G., McKinney, C., Collins, A., Guimond, T., George, T. P., Davidson, L., Velligan, D., & Voineskos, A. (2021). Randomized trial of a brief peer support intervention for individuals with schizophrenia transitioning from hospital to community. Schizophrenia Research, 231, 214–220. https://doi.org/10.1016/j.schres.2021.03.019

Neumann, O. (2022). Krisenintervention. In J. Bischkopf, D. Deimel, C. Walther, & R.-B. Zimmermann (Hrsg.), Soziale Arbeit in der Psychiatrie. Lehrbuch (S. 326–344). Psychiatrie Verlag.

Rupp, M. (2018). Psychiatrische Krisenintervention. Psychiatrie-Verlag. https://doi.org/10.5771/9783884149430

Sonneck, G. (Hrsg.). (1997). Krisenintervention und Suizidverhütung. Ein Leitfaden für den Umgang mit Menschen in Krisen (4. überarbeitete und erweiterte Auflage). Facultas.

Sonneck, G., Kapusta, N., Tomandl, G., & Voracek, M. (Hrsg.). (2016). Krisenintervention und Suizidverhütung (3. aktualisierte Auflage). UTB facultas.