Begriff
Personenzentrierung
Bei Personenzentrierung steht der einzelne Mensch mit seinem Erleben und seinen Fähigkeiten im Mittelpunkt. Unterstützung soll ihm helfen, eigene Erfahrungen zu machen und eigene Wege zu finden.
Von der Person ausgehen
Menschen erleben dieselbe Situation unterschiedlich. Personenzentrierung bedeutet deshalb: Die Begleitung beginnt bei der Sicht der Person, ihren Fähigkeiten und ihren Möglichkeiten, sich zu entwickeln.
Der personzentrierte Ansatz geht auf Carl Rogers zurück. Marlis Pörtner hat ihn für den Alltag sozialer Einrichtungen weiter ausgearbeitet.
Drei wichtige Haltungen bei Rogers
Rogers untersuchte, welche Beziehungen eine persönliche Entwicklung unterstützen. Dabei beschrieb er drei wichtige Haltungen:
- Einfühlendes Verstehen: Die helfende Person versucht, die innere Welt des anderen Menschen zu verstehen. Sie zeigt ihm auch, was sie verstanden hat.
- Bedingungsfreie Wertschätzung: Der Mensch wird als Person wertgeschätzt. Er muss sich diese Wertschätzung nicht erst durch ein bestimmtes Verhalten verdienen.
- Kongruenz: Die helfende Person ist echt und ehrlich im Kontakt. Sie spielt keine Rolle, die nicht zu ihr passt.
Diese drei Haltungen sind Teil von insgesamt sechs Bedingungen für Veränderung in einer Therapie, die Rogers 1957 beschrieben hat.
Die Arbeitsweise bei Pörtner
Pörtner fragt, wie sich diese Haltung im Alltag umsetzen lässt. Ausgangspunkt ist das, was eine Person bereits kann. Auch ihre eigene Art, sich auszudrücken, ist wichtig.
Unterstützung soll Gelegenheiten schaffen, selbst Erfahrungen zu machen und Entscheidungen zu treffen. Dabei zählen auch kleine Entwicklungsschritte.
Spielraum und ein verlässlicher Rahmen
Persönlicher Spielraum braucht einen verständlichen und verlässlichen Rahmen. Die Begleitenden beachten die konkrete Situation, die Möglichkeiten der Person und ihre eigenen Aufgaben.
Wertschätzung bedeutet nicht, Schwierigkeiten zu verschweigen. Grenzen dürfen offen angesprochen werden. Gemeinsam wird gesucht, welche Unterstützung zu diesem Menschen passt.
Bücher und Quellen
Pörtner, M. (2015). Ernstnehmen – Zutrauen – Verstehen: Personzentrierte Haltung im Umgang mit geistig behinderten und pflegebedürftigen Menschen (10. Aufl.). Klett-Cotta.
Pörtner, M. (2019). Die personzentrierte Arbeitsweise. Behinderte Menschen, (1). https://www.zeitschriftmenschen.at/content/view/full/116005
Rogers, C. R. (1957). The necessary and sufficient conditions of therapeutic personality change. Journal of Consulting Psychology, 21(2), 95–103. https://doi.org/10.1037/h0045357
Rogers, C. R. (2017). Der neue Mensch (B. Stein, Übers.; 11. Aufl.). Klett-Cotta.
