Begriff

Personenzentrierung

Der Ansatz bei Carl Rogers

Carl Rogers untersuchte, welche Beziehungen persönliche Entwicklung unterstützen. Drei zentrale Haltungen sind einfühlendes Verstehen, bedingungsfreie Wertschätzung und Kongruenz: Die helfende Person begegnet dem Gegenüber aufmerksam und echt. Sie versucht, dessen innere Welt zu verstehen und dieses Verständnis auch zu vermitteln. Rogers beschrieb diese Haltungen als Teil von sechs Bedingungen therapeutischer Veränderung (Rogers, 1957).

Die Arbeitsweise bei Marlis Pörtner

Marlis Pörtner machte den Ansatz für die alltägliche Begleitung in sozialen Einrichtungen konkret. Ausgangspunkt sind die vorhandenen Fähigkeiten und die persönliche Ausdrucksweise. Unterstützung schafft Gelegenheiten für eigene Erfahrungen und Entscheidungen; sie beachtet dabei auch kleine Entwicklungsschritte.

Pörtner verbindet persönlichen Spielraum mit einem verständlichen, verlässlichen Rahmen. Die Begleitenden berücksichtigen die konkrete Situation, die Möglichkeiten der Person und ihre eigenen Aufgaben. Wertschätzung lässt Raum dafür, Grenzen und Schwierigkeiten offen anzusprechen. Im Alltag kommt es darauf an, gemeinsam herauszufinden, welche Unterstützung der Person entspricht (Pörtner, 2015, 2019).

Verwandte Zettel

Literatur

Pörtner, M. (2015). Ernstnehmen – Zutrauen – Verstehen: Personzentrierte Haltung im Umgang mit geistig behinderten und pflegebedürftigen Menschen (10. Aufl.). Klett-Cotta.

Pörtner, M. (2019). Die personzentrierte Arbeitsweise. Behinderte Menschen, (1). https://www.zeitschriftmenschen.at/content/view/full/116005

Rogers, C. R. (1957). The necessary and sufficient conditions of therapeutic personality change. Journal of Consulting Psychology, 21(2), 95–103. https://doi.org/10.1037/h0045357

Rogers, C. R. (2017). Der neue Mensch (B. Stein, Übers.; 11. Aufl.). Klett-Cotta.