Leben und Werk
Rogers entwickelte seit den 1940er-Jahren die klientenzentrierte Psychotherapie. Er untersuchte, welche Bedingungen in einer therapeutischen Beziehung persönliche Veränderung ermöglichen. Besonders bekannt sind drei Haltungen: einfühlendes Verstehen, bedingungsfreie Wertschätzung und Kongruenz, also Echtheit der helfenden Person. In seinem Aufsatz von 1957 beschrieb er diese als Teil von insgesamt sechs Beziehungsbedingungen.
Rogers und seine Kolleg:innen übertrugen den Ansatz später auf Bildung, Gruppenarbeit und die Verständigung zwischen Konfliktparteien. Der Begriff „personzentriert“ steht für diese breitere Anwendung. Ausgangspunkt bleibt das Vertrauen darauf, dass Menschen unter förderlichen Bedingungen eigene Entwicklungswege finden können.
Bedeutung für konsent.one
Für die dialogische Haltung bietet Rogers einen Bezugspunkt: Das Erleben eines Menschen verdient Aufmerksamkeit, auch wenn andere dieselbe Situation anders beurteilen. Zuhören bedeutet dabei, die Perspektive des Gegenübers zu verstehen und die eigene Sicht ebenfalls erkennbar zu machen.
Daran lässt sich die unterstützte Entscheidungsfindung anschließen: Fachwissen hilft beim Klären von Möglichkeiten und Folgen; die Anliegen und Bewertungen der betroffenen Person bleiben Ausgangspunkt. Rogers’ Ansatz beschreibt vor allem die Qualität der Beziehung. Wie eine Gruppe Vorschläge prüft und Vereinbarungen trifft, braucht darüber hinaus ein geeignetes Entscheidungsverfahren.
Verwandte Zettel
Literatur
Zentrale Texte
Rogers, C. R. (2012). Client centred therapy. Constable & Robinson.
Rogers, C. R. (2017). Der neue Mensch (B. Stein, Übers.; 11. Aufl.). Klett-Cotta.
Weitere Quellen
American Psychological Association (o. J.). Carl Rogers, PhD: 1947 APA President. https://www.apa.org/about/governance/president/carl-r-rogers
Kirschenbaum, H. (2025). History of the Person-Centered Approach. Carl Rogers Center. https://www.crc-pca.com/en/adpca/articles/history-of-person-centered-approach
Rogers, C. R. (1957). The necessary and sufficient conditions of therapeutic personality change. Journal of Consulting Psychology, 21(2), 95–103. https://doi.org/10.1037/h0045357
