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Methode

Sozialraummoderation

Sozialraummoderation hilft Menschen, im Stadtteil Kontakte und Beziehungen zu finden. Die Person entscheidet selbst, welche Orte und Kontakte zu ihr passen.

Im Stadtteil wirklich willkommen sein

Eine Liste mit Angeboten sagt noch nicht, ob ein Mensch dort dazugehören kann.

Wichtiger ist: Wird die Person willkommen geheißen? Erkennen andere sie wieder? Können Beziehungen entstehen?

Ein Café, ein Verein oder ein Nachbarschaftsort kann ein Ort für Teilhabe sein. Dafür müssen Menschen miteinander in Kontakt kommen können. Auch wenn etwas irritiert oder ungewohnt ist, darf nicht sofort der Ausschluss folgen.

Wege öffnen und Gespräche ermöglichen

Fachkräfte der Sozialraummoderation verwalten weder einzelne Menschen noch steuern sie den Stadtteil von oben.

Sie bereiten Wege vor. Sie bringen Menschen ins Gespräch und begleiten das gemeinsame Entdecken. So helfen sie beim Aufbau von Beziehungen.

Die Wünsche und Grenzen der Person bleiben dabei entscheidend. Dazu gehört auch ihr Recht, sich zurückzuziehen.

Kleine Schritte im Alltag

Am Anfang können schon vorhandene kurze Kontakte stehen. Auch vertraute Wege oder Orte, an denen ein Willkommen möglich erscheint, können ein Einstieg sein.

Daraus kann Unterschiedliches entstehen:

  • Eine Kiezkarte mit wichtigen Orten und Kontakten.
  • Begleitung bei einem ersten Kontakt.
  • Eine feste Ansprechperson an einem Ort.
  • Freundschaftliche Kontakte im Kiez.
  • Ein Kreis von Menschen, die Unterstützung anbieten.

Es geht nicht darum, Menschen zu möglichst vielen Aktivitäten zu bewegen. Der Stadtteil soll Teilhabe ermöglichen, die freiwillig ist, genügend Sicherheit bietet und sich wiederholen lässt.

Bücher und Quellen

Dierinck, P. (2023). Community-Based Mental Healthcare for Psychosis: From Homelessness to Recovery and Continued In-home Support. Routledge.

Früchtel, F., & Budde, W. (2006). Wie funktioniert fallunspezifische Ressourcenarbeit? Sozialraumorientierung auf der Ebene von Netzwerken. In W. Budde, F. Früchtel & W. Hinte (Hrsg.), Sozialraumorientierung. Wege zu einer veränderten Praxis (S. 201-218). VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Görres, B., & Zechert, C. (2009). Der dritte Sozialraum als Handlungsort gemeindepsychiatrischer Organisationen: Good-Practice-Modelle aus Europa. Psychiatrie Verlag.

Kal, D. (2022). Gastfreundschaft. Das niederländische Konzept Kwartiermaken. Psychiatrie Verlag.

Seckinger, M., & Neumann, O. (2019). Sozial- und Gemeindepsychiatrie als sozialraumbezogenes Handlungsfeld. In F. Kessl & C. Reutlinger (Hrsg.), Handbuch Sozialraum. Grundlagen für den Bildungs- und Sozialbereich (2. Aufl., S. 520-537). Springer VS.